Wie du jeden Menschen dafür nutzt, etwas Besseres aus dir zu machen

Mach dir deine Feinde zum Lehrer

Du kennst das: Menschen in deinem Umfeld, die dir unsympathisch sind. Immer, wenn du ihnen begegnest, lösen sie ein unangenehmes Gefühl in dir aus. Du willst sie so schnell es geht aus deiner Sicht- und Hörweite verbannen, weil sie dir einfach nicht gut tun. Was aber, wenn du ohne diese Person eine Chance weniger hättest, etwas Besseres aus dir zu machen?

Es gibt immer Menschen die wir mehr, weniger oder gar nicht mögen. Aber woran liegt das? Unser Gehirn scannt jeden Menschen innerhalb weniger Sekunden und wenn uns etwas nicht gefällt, merken wir das nicht, weil wir ihn nicht schön finden, sondern weil uns unser Unterbewusstsein ein Signal gibt.

Sei es, dass die Stimme der betreffenden Person zu hoch klingt, zu energisch, zu laut oder zu lieblos. Sei es die Mimik, in die wir eine Stimmungslage legen – ein mürrischer Gesichtsausdruck, kaum Blickkontakt und aufgesetzte Freundlichkeit. Oder sei es die Gestik, die uns missfällt: verkrampft, hektisch oder unruhig. Das ist der Grund, warum die Anwesenheit dieser Person als störend für uns empfunden wird und wir im schlimmsten Fall selbst unruhig werden oder genervt sind.

Dein empfindliches Selbst

Warum wir manche Menschen nicht mögen

Warum mögen wir jemanden nicht, den wir weder richtig kennen, noch, der uns etwas getan hat? Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Die Verkörperung dessen, was du an dir nicht magst
    Du kritisierst dich und findest dich zu dick? So wirst du auch andere zu dick finden, die unter dein Schema von dick fallen, weil sie das Problem verkörpern, das du an dir ablehnst. Damit du nicht jedes Mal dein eigenes Problem vor Augen siehst, meidest du diese Person.
  • Assoziation mit etwas Negativem
    Eine Person, die dich in ihrer Stimme, ihrem Aussehen oder Verhalten an jemanden erinnert, mit dem du eine schlechte Erfahrung gemacht hast, wird es schwer haben, eine Chance von dir zu bekommen. Du meidest sie, da sie dich immer an ein negatives Erlebnis erinnert.
  • Das Gefühl, dass dich jemand nicht mag
    Dein Gegenüber schaut komisch, hat eine abwehrende Haltung oder spricht in einem arroganten Ton? Er kann dich nicht leiden – denkst du und meidest ihn.
  • Jemand hat das, was du haben möchtest, aber nicht besitzt
    Du willst den superschlanken Körper deiner Kollegin, weil sie damit toll aussieht? Aber schon deine Veranlagung zeigt dir, dass du diese Maße nie haben wirst. Du magst sie nicht, weil sie dir diese Tatsache jedes Mal vor Augen führt.
  • Eine Person, die völlig anders ist als du
    Sei es in ihrem Aussehen, in ihren Ansichten oder ihrem Leben. Solche Personen können Angst auslösen, weil ihr keinen Nenner habt, auf dem ihr euch trefft.

Ändere deine Einstellung über ihn, oder er wird ewig die Macht besitzen, einen negativen Einfluss auf dein Empfinden zu haben.

Wie du aus jedem einen Lehrer machst

Wir verurteilen jeden, den wir sehen, assoziieren und bilden uns eine Meinung innerhalb weniger Sekunden. Abgestempelt und viel zu oft durchgefallen. Du magst Personen nicht und das ist in Ordnung. Du musst nicht jeden mögen. Aber wenn sie schon nicht dein Freund sind, dann lass sie doch dein Lehrer sein, denn niemand kann das besser als sie.

1. Überlege dir zuerst, was genau du an dieser Person nicht magst und warum. Wenn du im besten Fall weißt, woher die Abneigung kommt, weißt du direkt, wo du an dir arbeiten musst und kannst die Abneigung sogar ganz auflösen.

  • Musst du lernen, dich selbst zu akzeptieren?
    Wenn du dich annimmst, wie du bist, wirst du andere auch so annehmen, wie sie sind.
  • Musst du lernen, nicht vorschnell zu urteilen?
    Hinter unliebsamem Verhalten steckt oft etwas ganz anderes. Schaue zwei Mal, entwickle Verständnis und erkenne den Menschen hinter der Maske.
  • Kannst du durch ihn Vertrauen lernen?
    Weil du ihn mit etwas Negativem assoziierst, heißt das nicht, dass er dir die gleiche Erfahrung geben wird. Gib ihm die Change, eine eigenständige Person zu sein.

2. Wenn du die Ursache nicht kennst, gehe auf die Suche nach etwas, das du von diesem Menschen lernen kannst. Eine Eigenschaft, eine Fähigkeit, oder Wissen. Vergiss das Negative an ihm und frage dich objektiv.

  • Hat er ein sicheres Auftreten, eine geduldige oder ehrliche Art, die dir gefällt?
  • Arbeitet er strukturiert und nicht so chaotisch wie du?
  • Lebt er bewusst und ist in dieser Hinsicht ein Vorbild für dich?
  • Besitzt er die Fähigkeit, nicht nachtragend zu sein?
  • Kann er ein bestimmtes Hobby, das du gerne lernen würdest?
  • Hat er Wissen oder Erfahrung in einem Thema, das du gerne aufnehmen würdest?
  • Kann er in sich ruhen und genießen?
  • Ist er pflichtbewusst und verlässlich?
  • Ist er mutig, wie du es gerne mehr wärst?
  • Ist er hart im Nehmen und nicht so schnell kleinzukriegen wie du?
  • Ist er selbstbewusster als du?
  • Steht er zu seiner Meinung und passt sich nicht, wie du, an die Allgemeinheit an?
  • Ist er unkompliziert und denkt nicht so viel wie du?
  • Ist er optimistisch?

Überlege dir in Ruhe, was es an ihm zu lernen gibt – und ich bin mir sicher, es wird etwas geben. Nimm ihn in dieser Hinsicht zum Vorbild oder frage ihn, ob er dir über bestimmte Dinge etwas beibringen kann, die du gerne können oder wissen würdest.

3. Wenn du nichts findest, dass du an ihm schätzt, suche etwas, das du durch ihn lernen kannst. Eine Charaktereigenschaft, ein Wesenszug von dir, den du an ihm trainieren kannst, weil er diese Schwäche herausfordert.

  • Gibt er dir die Möglichkeit, dich in Geduld zu üben, weil er viel gemächlicher ist als du?
  • Kannst du durch ihn toleranter werden, weil er andere Ansichten vertritt?
  • Kannst du gelassener, weil du akzeptieren musst, dass du ihn nicht ändern kannst?
  • Kannst du ehrlicher werden, weil du nicht drum herum kommst, ihn auf sein Verhalten anzusprechen?
  • Kannst du selbstbewusster werden, weil du dich von ihm nicht mehr unterdrücken lassen willst?
  • Kannst du egoistischer werden, weil er nur nach sich guckt und du dich ärgerst, dass du nie nach dir guckst?

BesteVersion

Mach die Augen auf und lerne!

Du solltest nicht deine Augen öffnen und das Herz verschließen, sondern dein Herz öffnen und die Augen schließen. Denn es muss kein Buddha oder Gott sein, der dir Lehren vermittelt. Kein Heiliger und kein weiser Mann. Der, der neben dir steht ist dein Lehrer – wenn du ihn erkennst.

Die Person, die du nicht magst, kann dich dazu bringen, deine Schwachstellen auszubessern und stärker zu werden, als du es bereits bist. Du kannst über dich hinauswachsen, weil du eine Person hast, an der du üben kannst und Übung macht bekanntlich den Meister. Du musst es nur zulassen.

Nächstes Mal, wenn XY den Raum betritt, betrachte ihn als Lehrer :)

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