Den Tod akzeptieren – wie du Verlust ertragen lernst

Und wie du von Menschen und belastenden Erinnerungsstücken loslassen kannst

  • Hältst du an einem Menschen fest, der nicht mehr bei dir ist?
  • Reißt dich dieser Umstand immer wieder zu Boden, weil du einfach nicht wahrhaben kannst, was Wahrheit ist?
  • Hast du Erinnerungsstücke an diesen Menschen, die jedes Mal Traurigkeit in dir wachrufen? Die dich zum Weinen bringen und dich leer fühlen lassen?

Ich glaube, dass wir auf der Erde sind, um zu lernen. Jene Aufgaben, dir wir uns jenseits dieser Zeit gesetzt haben, aber auch da sind, um lieben zu lernen und glücklich zu sein.

Und glücklich können wir nur sein, wenn wir immer wieder loslassen. Denn wir werden im Leben laufend mit Abschieden konfrontiert oder mit Umständen, die wir akzeptieren müssen. Wer da nicht lernt, loszulassen, wird immer wieder im Schmerz landen.

Loslassen kann unglaublich schwer sein, aber es ist eine Kunst, die du lernen musst, wenn du glücklich sein willst.

Verlust ertragen

Warum Verlust schmerzt

Leid entsteht immer dann, wenn du an etwas festhältst, was nicht (mehr) gegeben ist. Dann gibt es keine Übereinstimmung zwischen dem, was du willst und dem, was tatsächlich ist. Und diese fehlende Übereinstimmung verursacht dir Leid. Sie verursacht einen Schmerz, weil beide Zustände nicht mehr in Einklang gebracht werden können.

Wenn ein nahestehender Mensch gestorben ist, tritt genau das ein.

Den Tod verstehen lernen

Auch ich bin sehr traurig, wenn ein mir nahestehender Mensch gestorben ist. Um mir diesen Umstand erträglicher zu machen, erinnere ich mich daran, dass dieser Mensch im Leben sein Ziel erreicht hat. Ich glaube, dass jeder, der stirbt, im Leben das erreicht hat, was er hier erreichen sollte und wollte, ob ihm das bewusst ist oder nicht.

Sie haben ihre Aufgabe gemeistert und die Hülle abgestreift, die sie gebraucht haben, um die Aufgabe zu bewältigen, die sie sich vorgenommen haben. Sie haben alle Last abgegeben und sind nun frei.

Das ist nicht immer leicht nachzuvollziehen.

Gerade bei Menschen, die jung sterben, ist das oft schwer zu verstehen, weil sie in der Vorstellung von den meisten Menschen ihr ganzes Leben noch vor sich hatten. Aber ihre kurze Lebenszeit wird dabei immer mit dem durchschnittlichen Lebensalter verglichen und nicht mit dem, was diese Menschen schon in ihrer Zeit erlebt und erfahren haben. Nicht immer wohnen junge Seelen in jungen Menschen.

Bei alten Menschen ist das leichter zu begreifen. Sie wollen oft gehen, weil mit dem Alter die Krankheit und Gebrechlichkeit kommt und ihnen die Last des Lebens zu schwer wiegt. Ich kenne sehr viele alte Menschen, die sich wünschen, gehen zu dürfen. Auch meine Oma hatte eine Zeitlang vor ihrem Tod gesagt „Mir reicht es. Ich habe genug gelebt.“

  • Der Tod ist für mich immer die Beendigung einer Aufgabe
  • Der Tod ist für mich immer ein Ende und ein Anfang

Diese Gewissheit macht den Tod für mich erträglicher und hilft mir, mit diesem Zustand umzugehen.

Den Tod verstehen

Warum wir an Erinnerungsstücken haften und warum du sie loslassen solltest

Alles was uns nach dem Tod bleibt ist erst mal der Schmerz durch den Verlust und die Erinnerungen. Daher möchten wir oft das, was uns an die Verstorbenen erinnert, behalten. Besitzen. Sie dadurch bei uns wissen. Mit ihnen in Verbindung sein – seelisch wie körperlich.

Es heißt, an Gegenständen haften Energien. Wenn du an Altem hängst, hältst du das und das, was du damit verbindest, am Leben und bei dir.

Eine Zeitlang ist das ok und oft auch nötig, um den Verlust zu realisieren. Aber es gibt einen wichtigen Grund, warum du dich irgendwann von den Gegenständen verabschieden solltest, die schmerzhafte Erinnerungen hervorrufen:
Um die Seele, die an ihnen haftet, gehen zu lassen.

Wie du gedanklich loslassen lernst

  • Wer ist in deinem Umfeld gestorben, an dem du noch sehr hängst?
  • Gibt es Gegenstände in Erinnerung an diese Person?
    (Deine Mutter, deinen Vater, eine gute Freundin)
  • Nimm sie zur Hand und sage mir: Was rufen sie in dir hervor?
    Ist es Schmerz oder Dankbarkeit? Belastung oder Erleichterung? Was ruft allgemein die Erinnerung an den Verlust hervor? Könntest du wieder anfangen zu weinen, weil der Schmerz dich wieder überkommt?

Wenn du belastende Erinnerungsstücke hast, dann möchte ich dir etwas erklären, um dir mit diesem Verständnis die Möglichkeit zu geben, loslassen zu können.

Erst gedanklich und dann eventuell tatsächlich. Aber das gedankliche Loslassen ist viel wichtiger, um die Seele, die du durch dein Festhalten und den Schmerz bei dir hältst, frei zu geben.

Denke daran, es geht nur um die Gegenstände, die schmerzhafte Gedanken hervorrufen oder den Schmerz an sich, der durch den Verlust entstanden ist.

1. Erinnerungsstücke frei geben

Alte Menschen haben oft Tagebuch geschrieben.

Deren Kinder können oft schwer von diesen Tagebüchern loslassen, auch wenn sie viel Platz einnehmen und oft nicht mal gelesen werden. All die Geschichten – die Freude und das Leid der Verstorbenen – befinden sich in diesen Büchern. Sie wegzutun verursacht ein schlechtes Gewissen und Schmerz, weil man sich vom Persönlichsten, vom Letzten trennt, was geblieben ist.

Wenn du meine Vorstellung vom Leben und Tod teilst, dann hat auch in deinen Augen der Verstorbene sein Leben lang darauf hingearbeitet, irgendwann mit Vollendung seiner Aufgabe von der Erde zu gehen. Er hat dazu Geschichten gebraucht. All jene niedergeschriebenen Geschichten aus den Tagebüchern. Er hat sein Schicksal tragen müssen und wurde nun von allem erlöst. Nichts davon gehört mehr zu ihm. Er ist Bewusstsein und in einer viel größeren Form gewachsen, dank der Geschichten, die nun hinter ihm liegen und ihm zum Wachstum verholfen haben. So wie er seinen Körper nicht mehr brauchte, braucht er auch nicht mehr all die Erinnerungen, die er jahrelang angesammelt hat. All die Geschichten, die er niedergeschrieben hat. Das, was wichtig ist, ist das, was er geworden ist.

Vielleicht hilft dir das zu verstehen, dass auch du diese Erinnerungen in Form von den Tagebüchern nicht brauchst. Befreie auch du dich – wie die Person, die gehen durfte – von den Geschichten.

2. Den Menschen frei geben

Alles was dich mit dem Verstorbenen verbindet, trägst du in dir.

Eine Verbundenheit, die mit nichts zu vergleichen ist. Das – und nur das – ist, was bleibt und bleiben soll.

Befreie dich von der Vergangenheit. Von den Gegenständen. Von dem Schmerz, der dich durch all die Erinnerungen überkommt, wie Wogen, die dein wundes Herz umspülen. Lass los – und die Wellen glätten sich. Trenne du dich von dem Schmerz und trenne dadurch den Verstorbenen von dem Schmerz.

Wandle deine Trauer in Dankbarkeit und Respekt, dass er das Leben gemeistert hat. Auf seine Weise. Er ist frei. Das war sein Wunsch und ihm geht es gut. Du brauchst nicht weinen. Denn wie Laotse so wunderschön sagte: Wenn du wüsstest, wohin ich gegangen bin, würdest du dich fragen, warum du geweint hast.

Vergiss nie, dass du nichts verlierst, was du im Herzen trägst. Niemals. Ganz im Gegenteil. Das unsichtbare Band ist das einzige, das euch verbindet und für euch beide von Bedeutung ist. Es gibt nichts Materielles, was noch Wert für die Seele hat, die gegangen ist, außer eure Liebe zueinander. Durch sie werdet ihr euch wiedersehen – außerhalb von Zeit und Raum.

Den Tod verstehen

Werde dir bewusst, dass du Dinge nicht loswirst, sondern sein lässt

In vielen Situationen fällt es uns schwer, loszulassen, weil wir Angst haben, etwas zu verlieren, von dem wir uns nicht trennen möchten. Zum Beispiel, wenn ein Mensch gegangen ist und der Zurückgebliebene nicht akzeptieren will, dass der andere nicht mehr bei ihm ist.

Mach dir bewusst, dass du durch das Loslassen die Dinge nicht loswirst (die Umstände haben sich bereits geändert, du hast die Dinge bereits „verloren“), genauso wenig, wie du durch das Festhalten an nicht gegebene Umstände diese Tatsachen herbeiführen kannst.

Loslassen heißt, die Dinge sein lassen.

Wenn dir das klar wird, fängst du an, dich dafür zu öffnen, die Dinge anzunehmen, um Frieden in dir zu finden.

Helfen kann letztendlich tatsächlich nur die Zeit. Aber nicht, weil sie die Wunden heilt, sondern, weil das Ereignis aus dem Mittelpunkt rückt.

Ich wünsche dir sehr, dass du das Loslassen lernst.

Wenn du auf der Suche nach Trauersprüchen bist, habe ich dir hier eine persönliche Auswahl an Beileidssprüchen und Gedichten zu einem schönen PDF zusammengestellt und zum Download bereitgestellt.

Wie gehst du mit dem Tod um?


Weiterführende Links:

14 Gedanken zu „Den Tod akzeptieren – wie du Verlust ertragen lernst

  1. Liebe Bettina,
    es ist schon eine Weile her, dass ich mich wieder gemeldet habe. Mittlerweile habe ich meine große Tochter Bettina in Tirol besucht und Deine Grüße ausgerichtet. Sie hat sich sehr darüber gefreut und grüßt zurück.
    Ich habe Deinen Buchvorschlag umgesetzt und mir das Buch von Eckhart Tolle „Die Kraft der Gegenwart“ gekauft und es ist mit Abstand das Beste, was ich je in die Finger bekommen habe. Ich wusste gar nicht, dass viele Menschen auch so einen Lärm im Kopf haben, seit ich denken kann und alles was er sagt ist so einleuchtend. Mir fällt es schwer, im Jetzt zu bleiben, war schon immer so, aber es geht ja auch nur um das Dranbleiben und Weitermachen. Mittlerweile bin ich auf Seite 143 und es liegen glücklicherweise noch viele Seiten vor mir, aber sonst fange ich einfach wieder von vorne an. Die Trauer über den Tod meines Katers überrollt mich immernoch täglich, besonders wenn ich nach Hause komme, da kann und will ich nicht loslassen, weil ich beide Katzen in der Trauer spüre. Bedeutet das dann, aus der Gegenwart rausgehen. Ich gehe mal davon aus, dass Du schon ein ganzes Stück weiter bist, vielleicht hast Du die Transformation schon geschafft. Deshalb frage ich Dich mal, Herr Tolle steht ja leider nicht zur Verfügung und soweit ich in dem Buch bin, steht nichts mit dem Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen oder gar geliebten Haustieres drin.
    Liebe Grüße
    Ingrid

    1. Liebe Ingrid,

      wie schön, dass du dich meldest und dann noch mit Grüßen aus Tirol. Vielen Dank!

      Das freut mich sehr, dass das Buch so guten Anklang bei dir gefunden hat. Ich finde es auch großartig. Es ist ein Ratgeber für das ganze Leben, denn vielen Menschen fällt es schwer, in der Gegenwart zu leben. Auch ich schaffe das bei Weitem nicht immer. Aber wie du richtig erkannt hast, ist das Dranbleiben und Weitermachen wichtig. Dann wirst du immer besser darin werden.

      Vielen Dank für deine Frage. Sie ehrt mich sehr. Ja, deine Trauer ist Zeichen dafür, dass du in der Vergangenheit hängst. Du flüchtest aus der Gegenwart in den Moment, in dem deine Katzen noch bei dir waren. Da du in der Gegenwart bist, wo deine Katzen nicht sind, zerreißt dich dieser Umstand innerlich, macht dich so unsagbar traurig. Deswegen ist der Schmerz so groß. Würdest du in der Gegenwart leben, wärst du gedanklich nur bei dem, was jetzt ist. Würdest das annehmen, was jetzt ist. Dann würdest keinen Schmerz spüren, weil du das akzeptierst, was ist. Das heißt nicht, dass du deine Katzen vergisst, aber dass du akzeptierst, dass sie nicht mehr bei dir sind.

      Frieden findest du, wenn du den Verlust verarbeitet und das Leben ohne deine geliebten Tiere annehmen kannst.
      Ich wünsche dir weiterhin sehr viel Kraft dabei.

      Alles Liebe
      Bettina

  2. Liebe Bettina,
    für was in Deinem Leben konntest Du meinen Beistand brauchen? Du hast Dich am Ende Deiner Antwort für meinen Bestand bedankt, deshalb denke ich, wenn Du schon Beistand brauchst, lass es mich wissen.
    Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich so weit war, wie Du jetzt und habe auch früh begonnen, die Dinge zu hinterfragen. Vielleicht hat meine streng katholische Erziehung dazu beigetragen, aus Furcht vor Gott den Zweifel nicht zuzulassen. Aber im Verlauf meines Lebens konnte ich einfach nicht umhin und es gab immer Menschen, die mich begleiteten. In der heutigen Zeit kann ich es auch kaum mehr verstehen, an einen biblischen Gott zu glauben, aber egal, wenn es dem Gläubigen hilft, soll es so sein.
    In der Natur fühle ich mich auch zuhause, da spüre ich etwas wie Heimkommen, eine Sehnsucht, die ich schon lange kenne. Mein Leben war nicht ganz einfach, Depressionen kenne ich und das Flirten mit dem Tod sowie Todessehnsucht, aber in mir steckt auch so eine Energie und Lebensfreude, dass kein Krise tief genug war, um mich zu brechen. Beim Meditieren komme ich an einen Punkt, der fühlt sich an wie Heimkommen. Wenn ich in Rente bin, werde ich mich wieder einer Meditationsgruppe anschließen, das hilft dabei, zuhause wieder regelmäßiger zu meditieren.
    Du hast Recht, jeder muss für sich etwas finden, an das er glauben kann und sich dann auch nicht beirren lassen. Ich werde jedenfalls die beiden Bücher, die Du erwähnt hast, auch lesen. Wird sicherlich eine Bereicherung werden.
    Alles Liebe
    Ingrid

    1. Liebe Ingrid,

      da habe ich mich leider falsch ausgedrückt. Ich brauche momentan keinen Beistand, aber wollte mich für dein Angebot bedanken, für uns da zu sein, wenn wir welchen brauchen. Ich werde gerne darauf zurückkommen.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass bei dir die Furcht vor Gott eine große Rolle gespielt hat, umso schöner und befreiender für dich, deine Zweifel zugelassen und deinen eigenen Glauben gefunden zu haben. Toll, dass so viel Lebensenergie in dir steckt und dich keine Krise dauerhaft umwirft.

      Eine schöne Idee mit der Meditationsgruppe. Ich merke selbst, dass man das Meditieren in der ganzen Alltagsroutine schnell mal schleifen lässt.

      Ich würde mich freuen, wenn du mir von den Büchern berichtest. Was sie in dir bewegt haben. Und ich habe tatsächlich das Buch „Die Welle ist das Meer“ im Nachlass meiner Oma gefunden und werde es auch bald anfangen zu lesen.
      Ganz liebe Grüße
      Bettina

  3. Liebe Bettina,
    das erste Buch von Willigis ist auch sein wichtigstes. Es heißt „Die Welle ist das Meer“.
    Woher nimmst Du Deine Lebensphilosophie, was ist Deine Quelle? Bei Deinen Kommentaren ist es mir richtig den Rücken runtergelaufen. Meine älteste Tochter (40) schwimmt auch auf unserer Welle, nur dass sie mir einen Schritt voraus ist. Die nächste Generation halt. Sie lebt mit ihrem Sohn (15) Dorf bei Innsbruck, ganz in der Natur, idealer geht es nicht. Adrian, ihr Sohn, ist auch schon weiter als meine Große, die übrigens auch Bettina heißt, mein absoluter Lieblingsname. Trotz all meiner Einstellung zu Leben und Tod, es hat mir einfach nicht geholfen. Ich wollte mit Sammy physisch kuscheln und in dem Moment kommen auch all die Zweifel, ob er und Lisa und unser Hund Benny wirklich irgendwo, ohne Zeit und Raum auf mich warten. Ein Spruch, den meine Kinder und ich immer wieder sagen ist: „wer als erster geht, sammelt die Haustiere ein und wartet auf die anderen“. Wäre das nicht schön. Aber bis dahin können wir nur glauben und in der Mediation oder anderen meditatven Weisen verinnerlichen.
    Ich bin Dir sehr dankbar für Deine Hilfe und werde selbstverständlich Dir oder anderen hier beistehen.
    Liebe Grüße
    Ingrid

    1. Liebe Ingrid,
      ich habe mich schon früh damit befasst, was hinter den Dingen steckt. Woher ich das Interesse habe, weiß ich nicht. Vielleicht, weil ich schon früh eine sehr depressive Phase hatte. Ich lese auch viel, zum Beispiel Eckhart Tolle oder Jiddu Krishnamurti. Und ich komme durch so wunderbare Menschen wie dich an Bücher, aus denen ich etwas für mich mitnehmen kann und die mich weiterbringen. Ich kann nicht mit allem etwas anfangen und so nehme ich nur das für mich auf, mit dem ich mich wohlfühle und finde meinen eigenen Glauben. Die Natur ist für mich auch ein wichtiger Rückzugsort, der mir Erkenntnisse schenkt. Und meine Oma und meine Mama sind ebenfalls auf unserer Wellenlänge. Es ist so wohltuend, wenn man Menschen hat, die einen auf dieser Ebene verstehen. Da bist du bist du bestimmt auch sehr dankbar für deine Tochter und deinen Enkel. Liebe Grüße übrigens an Bettina :)

      Wie du selbst gemerkt hast, hilft Wissen allein nicht immer weiter. Das Herz braucht manchmal viel länger, was der Verstand schon lange begriffen hat. Aber genau deswegen sind wir hier. Um zu lernen und jede Krise macht uns stark, wenn wir nicht aufhören, weiterzugehen. Sich in der schwerste Stunde an seine Hoffnung zu halten, auch wenn das Ende des Tals nicht ersichtlich ist. Das ist eine wunderschöne Vorstellung, dass da oben die Person mit den Haustieren wartet, die als erstes gegangen ist. Ich weiß auch nicht, ob es wahr ist, was ich glaube. Es gibt so viele Glaubensrichtungen und für jeden ist seine richtig. Für mich ist meine richtig und nur das zählt. Wenn ich sie in Frage stelle, dann würde mir mein größter Halt fehlen. Aber ich bin mit der Zeit so gefestigt und überzeugt von diesem Glauben, dass ich ihn nicht verlieren kann.

      Ich danke dir für deinen Beistand und freue mich wirklich sehr, dich hier getroffen zu haben.
      Liebe Grüße
      Bettina

  4. Liebe Bettina, danke noch einmal für Deinen Trost. Mein Glauben ist konform mit dem, was Du schilderst und es tut so gut, es nochmal gesagt zu bekommen. Wenn ich ganz verzweifelt bin höre ich das Hörbuch von Willigis Jäger -Meine Seele lege ich in Deine Hände- Zen-inspirierte Psalmen. Dort heisst es- es scliesst sich keine Tür, es öffnet sich eine Tür. Ich werde mir noch die Zeit zum Trauern nehmen und dann voll Vertrauen meinen Sammy loslassen. Er hat es wirklich verdient.
    Liebe Grüsse an Dich, Bettina und an all die anderen, deren Herz so schwer ist und hier eine Platform gefunden haben, um sich auszutauschen, oder wie ich hier, sich Trost und wieder Zuversicht zu holen.

    1. Liebe Ingrid,
      danke auch dir für deinen offenen Worte und ehrlichen Fragen. Es ist schön, wenn man sich unter Gleichgesinnten austauschen kann. Ich kenne das Hörbuch nicht, aber du hast mich sehr neugierig darauf gemacht. Meine Oma, die leider auch schon tot ist, war ein großer Willigis Jäger-Fan und hat mir viel von seiner Weisheit erzählt. Du machst das genau richtig Ingrid und ich finde es großartig, dass du dich so mit dem Thema Tod und Trauer beschäftigst, um dich von dem Leid zu erlösen. Du bist auf dem richtigen Weg.
      Danke für deine lieben Worte.
      Liebe Grüße
      Bettina

  5. Liebe Bettina,
    Deine Worte helfen mir enorm. Meine Katze musste ich im Frühjahr loslassen, und der Kater ist mir noch bis 30. September geblieben. Ihm ist der Tod seiner Lebensgefährtin buchstäblich an die Nieren gegangen, aber er ist noch ein wenig bei mir geblieben, wie er mich auch in meinen aller dunkelsten Stunden begleitet hat. Ich weine noch so viel um ihn und spreche mit ihm, er ist in meiner Wohnung noch so spürbar, dass ich nach der Arbeit gleich heimrenne, um bei ihm zu sein. Bedeutet das, dass ich seine Seele nicht loslasse und ihn immer noch an mich binde?
    Liebe Grüße
    Ingrid

    1. Liebe Ingrid,

      das ist ein schwerer Schlag und ich bin überzeugt, dass dein Kater für dich bei dir war – sowie du für ihn, weil er den gleichen Schmerz erlitten hat wie du.
      Ja, du lässt seine Seele nicht los, aber das ist nach der kurzen Zeit verständlich und völlig normal. Er war dir so nah, dass es einige Zeit dauern wird, bis du wirklich begreifen kannst, dass er (physisch) nicht mehr bei dir ist.

      Ich glaube auch, dass es ihm schwer fällt zu gehen. Vielleicht fühlst du ihn deswegen so nah in der Wohnung. Er weiß, dass er dein Halt war und lässt dich ungern alleine im Schmerz. Du wirst sehen, je mehr du begreifst und akzeptierst, desto weniger wirst du ihn spüren. Du lässt ihn los und er lässt dich los, weil er weiß, dass du das tiefste Tal deiner Trauer überwunden hast.

      Ihr werdet euch aber immer verbunden sein. Auch wenn du ihn losgelassen hast. Und die Zeit wird kommen, an dem du loslassen wirst.

      Vielleicht hilft dir die Gewissheit, dass auch du wertvoll für deine Lieben warst und sie durch dich lernen und ein schönes und liebevolles Leben erfahren durften. Und dass es etwas Höheres gibt, das uns alle verbindet und die Seelen wieder zusammenfinden, die gemeinsame Wege gingen. Vergiss nicht: wir wechseln nur die Räume und sind gar nicht weit. Das, was euch tatsächlich verbindet, lebt in dir. Du wirst immer eine Verbindung zu ihnen haben. Dein Schmerz wird gehen, aber deine Liebe für sie wird bleiben. In dankbarer Erinnerung werden sie einen Platz in deinem Herzen haben. Und wenn du deine beiden hören könntest, würden sie dir liebevoll „danke“ sagen – und „bis bald“.

      Liebe Ingrid, ich wünsche dir von Herzen alles Gute.
      Fühl dich umarmt.
      Liebe Grüße
      Bettina

  6. Ich bin voller Schmerz, weil ich mein Haustier gehen lassen musste. Es wird immer nur über Menschen gesprochen oder geschrieben, was ist mit Tieren? Trifft das, was hier geschrieben wurde auch auf andere Lebewesen zu?
    Liebe Grüsse
    Ingrid

    1. Liebe Ingrid,

      ich kann deinen Schmerz sehr gut nachvollziehen. Auch ich habe vor Jahren ein Tier verloren, einen Hund, der für mich mein Ein und Alles war. Und ja, ich glaube auch, dass das für Tiere gilt. Für alle Lebewesen. Auch sie sind hier, um etwas zu lernen. Aber auch, um uns in unserem Wachstum zu unterstützen. Vor allem Großtiere wie Hunde oder Pferde gehen eine Verbindung mit uns ein, um uns etwas zu lehren, als auch, um von uns zu lernen. Im Gegensatz zu Menschen wissen Tiere jedoch von ihrer Aufgabe.

      Wen auch immer du gehen lassen musstest: Es war an der Zeit – für das Tier und für dich. Ihr habt euch gegenseitig gebraucht und nun ist euer Weg hier auf Erden zu Ende. Und auch ihr werdet euch wieder sehen: außerhalb von Zeit und Raum.

      Ich wünsche dir alles Gute und Kraft, um das Loslassen zu lernen.
      Alle Liebe
      Bettina

  7. Liebe Bettina,
    dein Blog ist immer wieder eine Wohltat. Ich freue mich immer sehr, wenn ein Tabuthema wie der Tod und die Trauer aus dem Abseits geholt wird und in einer so wertschätzenden Art und Weise beschrieben wird.

    Der Tod gehört zum Leben dazu und ich bin auf meinem Blog sogar der Frage nachgegangen, ob man über ihn lachen darf.
    Liebe Grüße
    Melanie

    1. Liebe Melanie,
      ich freue mich sehr, dass du das sagst. Der Beitrag fiel mir nicht leicht und ich hatte sogar die Befürchtung, dass viele meine Sichtweise nicht verstehen würden. Deine Worte bestärken mich – in solchen Themen und in meinem Blog. Ganz herzlichen Dank!

      Dein Beitrag zum Tod hört sich sehr interessant an. Ich werde ihn auf jeden Fall lesen!
      Liebe Grüße
      Bettina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.