8 effektive Tipps gegen Stress

Stress entsteht, wenn es eine Differenz zwischen wollen und können gibt – wenn du mehr leisten willst, als du leisten kannst.

Leider ist unsere Zeit geprägt von Stress. Einer aktuellen DAK-Studie zufolge, haben sogar vier von zehn Schülern Stress. Sie fühlen sich überfordert und spüren das an ihrer Gesundheit. Sie haben Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme.

Auch im Berufsleben ist Stress ein Dauerthema, was auch hier nicht selten zu Krankheiten führt. Vielleicht kennst du das von dir selbst: Du fühlst dich überfordert, energielos und ausgelaugt. Vielleicht spürst du ebenso gesundheitliche Einschränkungen und Symptome wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme.

Der wohl häufigste Auslöser für Stress ist der Erfolgs- und Leistungsdruck unserer heutigen Zeit. Wir haben oft das Gefühl „zu müssen“ und „zu sollen“. Oft erwarten und verlangen wir aber auch von uns selbst zu viel. Wir sind uns nicht genug und wollen anders – besser sein, als wir sind.

Das Bestreben, den eigenen oder anderen (oft viel zu hohen) Ansprüchen gerecht zu werden, hat bei vielen Menschen die Kontrolle über das eigene Handeln übernommen. Was oft zu der Differenz zwischen können und wollen führt – und damit zu Stress.

Um Stress zu vermeiden ist es wichtig, eine Balance zwischen dem, was wir leisten können und dem, was wir leisten wollen zu schaffen. Folgende acht Tipps helfen dir dabei.

Wege gegen Stress

8 Wege gegen Stress

TIPP 1 – Annehmen, was ist

Stress entsteht, wenn du zu hohe Ansprüche an dich hast. Wenn du etwas Bestimmtes leisten willst, was dir aufgrund Fähigkeiten, Zeit oder Energie nicht möglich ist. Lerne, deine Grenzen anzunehmen. Das heißt nicht, dass du nicht daran arbeiten darfst, die Fähigkeiten auszubauen, die deine Grenzen erweitern (wie gelassener, objektiver oder lösungsorientierter zu werden). Aber verlange nichts von dir, wozu du aktuell nicht im Stande bist. Passe dein Ziel an deine Möglichkeiten an. Setze dir ein Ziel, das du erreichen kannst, ohne dich zu überfordern.

TIPP 2 – Loslassen

Stress entsteht auch, wenn du zu hohe Ansprüche an das Leben hast. Wenn du etwas Bestimmtes haben möchtest, was du aktuell nicht haben kannst oder dessen Erfüllung nicht allein in deiner Macht liegt. Du kannst vieles im Leben nicht kontrollieren. Daher löse dich von den Wünschen, die nicht in deinem Einflussbereich liegen. Du darfst gerne dafür sorgen, dass du bekommst, was du dir wünschst und dein Handeln danach ausrichten. Aber lass los von der Kontrolle, ob du es bekommst. Denn die hast du nicht. Widme dich dem Weg zum Ziel und lass das Ziel los. Dann fällt der Stress weg, weil du das Wollen aufgibst. Auch ich durfte das vor kurzem lernen.

TIPP 3 – Grenzen setzen und Nein sagen lernen

Stress entsteht, wenn du dich überforderst. Wenn du deine Grenzen überschreitest und mehr leistest, als dir möglich ist und gut tut. Einen gesunden Egoismus zu entwickeln kann Überwindung kosten. Unsere Angst vor Kritik oder Ablehnung hält uns oft davon ab, unsere Grenzen aufzuzeigen. Um Stress zu reduzieren ist aber diese Abgrenzung wichtig. Zu spüren, wann dir etwas zu viel ist und Nein sagen zu lernen. Nicht unfreundlich, sondern liebevoll, aber bestimmt. Nur so kannst du deine Grenzen achten und dafür sorgen, dass du ausreichend Energie hast.

HINWEIS: Hier findest du ein Arbeitsblatt mit Übungen, um das Nein sagen zu lernen.

TIPP 4 – Ehrlich sein zu dir und anderen

Ehrlich zu sein ist die Grundlage dafür, um deine Grenzen achten und wahren zu können. Denn wenn du nicht ehrlich zu dir selbst bist (dir nicht eingestehst, dass dir etwas zu viel ist), dann wirst du zwangsläufig deine Grenzen überschreiten. Dann nimmst du keine Rücksicht auf dich und verlangst mehr, als dir möglich ist. Ehrlich zu sein musst du aber auch zu anderen. Wenn dir etwas zu viel ist und du anstatt zu sagen: „Mir ist das zu viel“, sagst: „Ich habe keine Zeit.“, dann warst du nicht ehrlich und suggerierst deinen Mitmenschen, dass du eigentlich könntest, aber die Zeit es dir nicht möglich macht. Lerne, dich verletztlich und menschlich zu zeigen. Kein Mensch hat unendlich viel Energie und Kapazität. Jeder braucht Raum und Zeit, um Kraft zu tanken. Dafür musst du einstehen, wenn du gut für dich sorgen möchtest. Und Ehrlichkeit ist dafür nötig.

TIPP 5 – Entspannungstechniken / Strategien zum Stressabbau

Es gibt viele Methoden und Techniken, um Stress vorzubeugen und zu vermindern. Sehr bekannte Entspannungstechniken sind Yoga, Meditation & Achtsamkeit, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Qi Gong oder diverse Atemübungen. Hier geht Probieren über Studieren. Finde heraus, was für dich passend ist. Auch Bewegung hilft beim Stressabbau. Kurzfristig, aber auch langfristig, wenn du regelmäßige Bewegungseinheiten in deinen Alltag integrierst. Mir persönlich helfen Meditation und Bewegung.

TIPP 6 – Unterstützung holen

Vielen Menschen fällt es schwer, nach Hilfe zu fragen. Sie fühlen sich zwar überfordert, aber haben Angst, nach Hilfe zu fragen. Weil sie nicht zu Last fallen wollen. Weil sie keine Schwäche zeigen wollen (auch sich selbst gegenüber) oder weil sie nicht in der Schuld stehen möchten.

Um das leisten zu können, was du leisten willst, ist es manchmal nötig, Unterstützung zu holen. Daher traue dich, um Hilfe zu fragen. Familie und Freunde sind für diese Situationen da. Wen fragen, wenn nicht sie? Sie wollen oft gerne helfen, für dich da sein und dich unterstützen.

Und weißt du, wie gut es tut, anderen helfen zu dürfen und zu können? Vielleicht hast du selbst die Erfahrung gemacht, dass DU jemandem geholfen hast und dieser Jemand so dankbar war, dass du selbst glücklich wurdest? Erlaube auch anderen dieses Glück zu erfahren. Erlaube ihnen, dir zu helfen. Und fragen kostet nichts. Falls es demjenigen zu viel ist, den du fragst, muss auch er lernen, seine Grenzen zu setzen und ehrlich nein zu sagen.

TIPP 7 – Rat einholen

Du weißt nicht, wie du deine aktuelle Situation meistern sollst und fühlst dich überfordert? (Bist du zum Beispiel Mutter und fühlst dich mit deinen Kindern überfordert – weißt nicht, wie du alles unter einen Hut bringen sollst? Baust du dir nebenberuflich eine Selbstständigkeit auf und weißt nicht, wie du anfangen sollst?). Ich versichere dir, dass es immer Menschen gibt, die in einer ähnlichen Situation wie du sind oder in einer ähnlichen Situation waren und diese meistern oder gemeistert haben. Hole dir Tipps von ihnen! Sie können dir am besten sagen, wie es funktionieren kann, was für dich aktuell eine zu große Herausforderung ist. Wo du diese Menschen findest? Nutze das Internet. Mache Foren / Blogs oder Facebook-Gruppen ausfindig, die dein Thema behandeln. Nutze Beratungsstellen oder Aushänge in deiner Nähe. Finde Selbsthilfegruppe / Orte für den Austausch, die dein Thema betreffen. Lerne von anderen, die in deiner Situation sind oder waren, wie es gelingen kann, bestmöglich mit deiner Situation umzugehen.

TIPP 8 – Kalender und Prioritäten prüfen

Stress entsteht, wenn du mehr leisten willst, als du leisten kannst. Da spielt auch die Zeit ein großer Faktor. Prüfe daher deinen Kalender / Tagesablauf / deine Aufgaben. Was nimmst du dir täglich / wöchentlich vor? Wofür planst du deine Zeit ein? Wie gestaltest du deinen Tag? Kommen immer die anderen vor dir und du als letztes dran? Fällt es dir schwer, in die Gänge zu kommen und stehst am Ende des Tages vor einem Berg an Arbeit? Widmest du dich viel „unnötigen“ Dingen und stellst am Ende der Woche fest, dass du noch so viel Wichtiges erledigen musst, für das dir kaum Zeit bleibt?

Zeitmanagement ist ein wichtiger Aspekt um weniger Stress zu haben. Widme dich den wichtigen Dingen zuerst. Räume dir Zeit ein, um Kraft zu tanken. Streiche Termine / Verpflichtungen aus dem Kalender / aus deinem Leben, die du nicht (mehr) gerne machst und sorge so wieder für mehr Energie.

Mach dein Leben leichter

Es ist möglich, Stress zu reduzieren und zu vermeiden. Das geschieht jedoch meist nicht ohne dein Zutun. DU musst dein Leben in die Hand nehmen und dafür sorgen, es so gestaltest, dass es ein Gleichgewicht zwischen Können und Wollen gibt. Andere werden das nicht für dich übernehmen.

Wenn du nun sagst, dass dein Job / das Unternehmen, in dem du arbeitest, Auslöser für deinen Stress ist, dann frage ich dich: Warum arbeitest du dort? Was hält dich davon ab, Klartext mit deinem Chef zu sprechen (Thema Ehrlichkeit und Grenzen setzen)? Was hält dich davon ab, dir eine andere (vielleicht auch nur interne) Stelle zu suchen, die mehr deinen Kapazitäten und Fähigkeiten entspricht? Welche Lektion nimmst du aus dieser Stress-Erfahrung? Ist es vielleicht an der Zeit, deinen eignen Traum zu leben?

Wenn du deinen Job für deinen Stress verantwortlich machst und nichts dagegen unternimmst, dann bist du in der Opferhaltung. Dann erlaubst du dem System, dein Leben zu bestimmen. Aber du bist fähig, dein Leben zu gestalten und zu verändern. Es gibt immer eine Möglichkeit und sei es die, die Einstellung zum Problem zu ändern. Es geht hier um dein Leben.

Übernimm Verantwortung.

Mach dein Leben leichter.

Wie das gelingen kann, habe ich dir hier gezeigt.

Welche Strategie hilft dir am besten gegen Stress?


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