Warum du vom Tal der Tränen wissen solltest

Und warum es Bestandteil jeder großen Veränderung ist

Hast du schon mal vom Tal der Tränen gehört?

Selbst wenn nicht, bin ich mir sicher, dass du es auch schon durchwandert hast.

Die meisten Menschen mögen keine Veränderung und selbst jene, die Veränderung wollen, erleben häufig, dass sie diese nicht so leicht akzeptieren, wie sie es erwartet oder erhofft hatten. Dass ihr Herz nicht so leicht davon zu überzeugen ist, wie der Verstand.

Eine Veränderung ist immer das Loslassen von etwas Altem und Gewohntem und ein Einlassen auf etwas Neues und Unberechenbares – und das wirkt oft bedrohlich. Vor allem, wenn es um starke Veränderungen geht. Und genau bei diesen großen Veränderungen kommt das Tal der Tränen ins Spiel.

Das Tal der Tränen

Das Tal der Tränen ist ein 5-Phasen Modell der emotionalen Entwicklung bei Veränderungen und basiert auf einem Model zur Trauerforschung von Elisabeth Kübler-Ross. Die Kurve in der Grafik veranschaulicht, welche emotionale Berg- und Talfahrt Menschen während der verschiedenen Phasen einer starken Veränderung durchleben.

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Nicht jeder durchläuft diese Phasen gleich. Sie können von Mensch zu Mensch variieren, kürzer oder länger sein, intensiver und weniger intensiv. Es kann auch passieren, dass Menschen Phasen nur streifen oder aber auch in Phasen stecken bleiben – wenn sie nie den Zustand der Akzeptanz erreichen.

Die fünf Phasen und das Tal der Tränen

Phase 1: Schock

Je nach Art der Veränderung gibt es als erste Reaktion Euphorie oder Schock. Das kommt ganz darauf an, ob die Veränderung von dir gewollt ist, du froh über sie bist oder ob sie dich völlig unvorbereitet getroffen und dich überrumpelt hat, weil du zufrieden mit der aktuellen Situation bist und gar keine Veränderung willst.

Phase 2: Verneinung

Nach dem Schock und oft auch nach der ersten Euphorie, kommt oft der Widerstand. Die Verneinung der tatsächlichen Auswirkung dieser Veränderung. Die Verneinung von dem, was auf dich zukommt. Weil du die Veränderung gar nicht wolltest oder weil die Veränderung größer ist, als angenommen und du Angst hast, die Kraft für die Veränderung nicht zu besitzen. Es ist ein Selbstschutz.

Das Neue fühlt sich so ungewohnt an, dass du es (doch) nicht haben willst. Du willst  das Alte zurück, sehnst dich danach, weil du dich dort ausgekannt hast – wohlgefühlt und in Sicherheit gewusst.

Langsam kommt jedoch die Gewissheit und Erkenntnis, dass du dich vor der Veränderung nicht drücken kannst. Sie kommt oder ist bereits da und du kannst nicht vor ihr davon laufen.

Phase 3: Tal der Tränen

Du weißt nun, dass die Veränderung dich betrifft. Je größer der Widerstand gegen das, was nun ist und kommt, desto eher besteht die Gefahr, in eine Krise abzurutschen. Wenn du das, was ist, nicht wahrhaben willst und deine ablehnende Haltung dich daran hindert, dich auf die neuen Gegebenheiten einzulassen, gibt es einen starken inneren Konflikt, der dich völlig aus dem Gleichgewicht bringen und zu einer Krise führen kann.

In dieser Phase kommt die Verzweiflung.

Du fragst dich, wie es weiter gehen soll, weil du nicht weißt, wie du mit der Situation umgehen sollst. Du kannst dir nicht vorstellen, wie du sie meistern und mit dieser Veränderung leben kannst. Es ist das Tal der Tränen. Der tiefste Punkt im Veränderungsprozess.

Phase 4: Erkundung

Irgendwann wirst du feststellen, dass das Leben weitergeht und es keinen Ausweg gibt, als sich mit der neuen Situation anzufreunden. Was vergangen ist, ist vergangen. Du musst alte Muster aufgeben und suchst Wege und Möglichkeiten, wie du mit der Veränderung umgehen kannst, damit du dich in den neuen Gegebenheiten wohlfühlst oder sie akzeptieren kannst.

Es ist die Suche nach dem inneren Gleichgewicht, dem Weg, um dich wieder in Balance zu bringen und deine innere Sicherheit zurückzugewinnen.

Phase 5: Akzeptanz

Wenn du Wege gefunden hast, wie du mit der Situation umgehen kannst, wirst du zur Akzeptanz finden. Du hast dich auf die Veränderung eingelassen und bist dabei, sie erfolgreich in dein Leben zu integrieren. Du hast es geschafft, die schwierige Phase zu überwinden und entwickelst dadurch Selbstvertrauen. Nun kann es weiter aufwärts gehen.

Tal der Tränen

Wisse um den Prozess der Veränderung

Ein chinesisches Sprichwort lautet: Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.

Für die eigene Entwicklung ist es hilfreich zu wissen, dass es das Tal der Tränen gibt und dass du es bei großen Veränderungsprozessen durchlaufen wirst. Dadurch kannst du dein Verhalten verstehen lernen und erkennen, dass die emotionalen Phasen, die du durchlebst, normal sind, die Verneinung, die Ablehnung, die Krise. Dir wird bewusst, dass sich am tiefsten Punkt der Wandel einstellen wird und sich dein Leben zum Besseren ändern wird.

 Wichtig ist, dass du in diesen Phasen liebevoll mit dir umgehst und darum weißt, dass die menschliche Psyche seine Zeit braucht, um Neues anzunehmen.

Dass das Herz länger braucht, als der Verstand.

Gib dir Zeit. Sei mitfühlend und verständnisvoll.

Alles wird vorbübergehen – wenn du nicht stehen bleibst.
Alles wird besser werden – wenn du weiter gehst.

Das sagte schon Martin Luther King:
„Wenn Du nicht fliegen kannst renne,
wenn Du nicht rennen kannst gehe,
wenn Du nicht gehen kannst krabble,
aber was auch immer Du tust, Du musst weitermachen.“

Erkennst du dich im Tal der Tränen wieder? Wann hast du es durchwandert und was hat dir dabei geholfen?

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4 Gedanken zu „Warum du vom Tal der Tränen wissen solltest

  1. Danke Bettina,

    auch in mir vollziehen sich gerade große Veränderungen. Ja es ist die Akzeptanz die den Weg frei macht. Wie sagt der Volksmund so schön: „Wir sollen dem lieben Gott für alles dankbar sein, sogar für eine Tracht Prügel.“ Und es ist die Frage: „Wie kann ich glücklich sein, auch wenn die Situation so bleibt?“ Das Leben hat die Tendenz unsere Fragen zu beantworten.

    Ich wünsch Dir alles Liebe,

    Martin

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