Erkennen, was dir fehlt (Selbstliebe Teil 1)

Fühlst du dich häufig abgelehnt, ungerecht behandelt, übergangen oder wertlos?

Bist du auch davon überzeugt, dass „die anderen“ schuld daran sind, dass du dich so fühlst? Denn würden sie sich anders verhalten –  dir ihre Unterstützung, ihre Liebe und Zuneigung, ihre Wertschätzung und ihren Respekt geben, würde es dir besser gehen?

Hast du dich auch schon mal gefragt, ob es an dir liegt?
Hast du dich dadurch noch wertloser gefühlt?

Die Frage, die du dir in diesen Momenten stellen darfst, ist nicht die Frage: Bin ich falsch?  Sondern: Was in mir sorgt dafür, dass ich so empfinde und wahrnehme? Denn alles, was du im Außen wahrnimmst, ist eine Reflektion dessen, was du in dir trägst. Und alles, was du in dir trägst, hat seinen Ursprung in deinen Gedanken.

Deine Gedanken erschaffen deine Realität

Das, was du über dich und die Welt denkst, ist ausschlaggebend für das, was du erfährst.

Lass es mich kurz erklären:

Gedanken

Deine Gedanken verursachen deine Gefühle.
Wenn du glaubst, wertlos zu sein, wirst du ein Gefühl der Einsamkeit oder der Ablehnung spüren.

Gefühle

Deine Gefühle wiederum erzeugen eine Reaktion in deinem Körper.
Dein körperliches Befinden und deine Haltung passen sich deinem Denken an.

Wenn du dich einsam und abgewiesen fühlst, wirst du dich vielleicht energielos und unsicher fühlen. Deine Schultern werden hängen, deine Haltung verschlossen und eher ernst sein.

Verhalten / Erfahrung

Die Energie in dir beeinflusst dein Verhalten und sie beeinflusst deine Wahrnehmung.
Du handelst aus dem Gefühl der Einsamkeit heraus und du betrachtest die Gegebenheiten um dich herum aus diesem Gefühl heraus. Interpretierst sie mit diesem Gefühl. Die Energie, die du in dir trägst ist daher ausschlaggebend dafür, welche Erfahrungen du machst.

Wenn du einsam bist, wirst du dich vielleicht zurückziehen und dich ausgegrenzt fühlen. Wenn du dich wertlos fühlst, wirst du in ein kurz angebundenes „Hallo“ vielleicht eine Ablehnung dir gegenüber hinein interpretieren.

Glaubenssatz

Anhand deiner Erfahrung bildest du einen Glaubenssatz. Eine Überzeugung.
In diesem Fall zum Beispiel: „Keiner kümmert sich um mich.“ „Ich bin alleine.“ „Keiner mag mich.“
Ein Glaubenssatz wiederum steuert dein Denken, womit wir wieder beim Anfang wären.

Wenn du dich abgelehnt, ungerecht behandelt, übergangen oder wertlos fühlst, dann liegt der Ursprung für diese Erfahrung in deinen Gedanken.

  • Was denkst du über dich?
  • Was fühlst du dadurch?
  • Welche Erfahrungen verursachst du dadurch?
  • Welche Glaubenssätze bildest du aufgrund dieser Erfahrung?

Selbstliebe

Die Botschaft an dich: Lerne, dich selbst zu lieben

Durch Herausforderungen, Widerstände und Krisen ermuntert dich das Leben zum Wachstum. Es wird dir so lange die gleichen „Probleme“ vor Augen führen, bis du gelernt hast, was du aus dieser Erfahrung lernen darfst.

All die Zeichen deiner Seele und deines Körpers (deine Gefühle, Gedanken und Symptome)  sind Botschaften an dich. Spürst du eine Sehnsucht nach Liebe, Zuneigung, Unterstützung, Fürsorge, Respekt oder Wertschätzung, zeigt dir diese Sehnsucht, was dir fehlt. Die Aufgabe (die Lektion) dahinter lautet jedoch nicht unbedingt, dass du dich darum bemühen sollst, dass andere dir das geben, was du vermisst.

Wonach sich deine Seele oft viel mehr sehnt, bist du selbst!

Sie sehnt sich nach dir.

  • Nach deiner Liebe.
  • Nach deiner Zuneigung.
  • Nach deiner Unterstützung.
  • Nach deiner Fürsorge.
  • Nach deinem Respekt.
  • Nach deiner Wertschätzung.

Ich habe auf einem Seminar eine innere Reise zu mir selbst machen dürfen, bei der ich am Ende vor meinem Spiegelbild stand. Ich durfte mich mit offenem Blick und Herzen ansehen und sollte mir all die Liebe geben, die ich allen, mir nahestehenden Menschen gebe: Die Treue. Die Verbundenheit. Die Zuneigung. Die Unterstützung. Den Respekt. Die Toleranz. Die Akzeptanz. Die Dankbarkeit. Diese Liebe, die ich imstande bin, anderen zu geben, durfte ich nun mir selbst geben. Wow. Was für eine Aufgabe! Ich habe in mein Spiegelbild geblickt, mir tief in die Augen gesehen und „ich liebe dich“ gesagt – und ich habe geweint.

Warum?

Weil es mir so schwer fiel. Weil es so ungewohnt war. Und noch vielmehr: Weil ich es vermisst habe!

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass ich mich (und vielleicht erkennst du dich darin wieder) danach sehne, mich selbst zu lieben. Es war wunderschön und gleichzeitig so erschreckend ungewohnt und beängstigend, weil ich es die größte Zeit meines Lebens nicht getan habe. Die Tränen zeigten mir die Sehnsucht danach und dass mein inneres Kind sich nichts anderes wünscht, als dass ICH FÜR MICH SELBST da bin.

Mir wurde bewusst:

Ich bin ein Mensch, so wie du ein Mensch bist, in dem Licht und Liebe wohnt und den seine Einzigartigkeit und Unperfektheit auszeichnen:

  • Ich habe einen wundervollen Körper.
  • Ich habe ein einzigartiges Aussehen.
  • Ich habe einen wertvollen Charakter.
  • Ich habe Stärken und Schwächen.
  • Ich trage unendlich viel Liebe in mir.
  • Ich gebe mein Bestes und handle in bestem Gewissen.
  • Ich mache Fehler.
  • Ich mache Erfahrungen.
  • Ich habe Gefühle.
  • Ich möchte lernen.

Und wie oft blicke ich mich an und verurteile mich. Bewerte mich. Verachte mich.

  • Für Fehler, die ich gemacht habe, weil ich etwas zum ersten Mal mache.
  • Für meinen wundervollen Körper, der mir zeigt und mich spüren lässt, was er braucht, ich jedoch seine Zeichen nicht akzeptieren möchte.
  • Für meine Schwächen, weil ich perfekt sein will.
  • Für mein einzigartiges Aussehen, weil ich mich an dem Schönheitsmaßstab der Gesellschaft messe und dem Vergleich nicht Stand halte.
  • Für meinen Gefühle, die mir etwas sagen möchten, ich jedoch Angst vor ihnen habe und sie verdränge.

Das heißt: Ich denke schlecht über mich, ich fühle mich daraufhin schlecht und ich behandle mich schlecht. Weiter erwarte ich, dass andere Menschen diesen Mangel für mich ausgleichen.

  • Dass sie mir Liebe geben, weil ich mich selbst nicht liebe.
  • Dass sie mich unterstützen, weil ich mich selbst nicht unterstütze.
  • Dass sie mich respektvoll behandeln, weil ich respektlos mit mir umgehe.
  • Dass sie mir Zuneigung schenken, weil ich mich selbst ablehne.
  • Dass sie sich um mich kümmern, weil ich selbst nicht gut für mich sorge.

Da die anderen Menschen das in der Regel nicht tun, mache ich die Erfahrung, dass die Menschen es nicht gut mit mir meinen und entwickle genau diesen Glaubenssatz.

Ein ewiger Kreislauf der Selbstzerstörung.

Diesen Kreislauf kann ich durchbrechen, wenn ich anfange, mein Denken zu ändern, weil mein Denken diesen Mangel verursacht.

Selbstliebe beginnt in deinen Gedanken

Nur weil wir erwachsen sind, heißt es nicht, dass wir keine Liebe, Fürsorge, Zuneigung, Unterstützung oder Respekt mehr brauchen. Die schwierige Aufgabe ist jedoch, nicht mehr von anderen abhängig zu machen und zu fordern, was wir brauchen (so wie das als Kind war), sondern fähig zu werden, uns diese Dinge selbst zu geben.

Die wichtigste Person in deinem Leben, bist du selbst, daher sei dir selbst auch ein Freund. Erlaube, dir all die Liebe zu geben, die du imstande bist anderen zu geben.

JETZT.

Sage nicht nur: “Ich vergebe dir.”
Sondern auch: “Ich vergebe mir.”

  • Dir deine eigenen Fehler verzeihen
  • Deine Schwächen annehmen
  • Nachsichtig mit dir sein
  • Verständnis für dich zeigen

Sage nicht nur: “Ich glaub an dich.”
Sondern auch: ”Ich glaube an mich.”

  • Dir selbst Mut zusprechen
  • An Erfahrungen denken, in denen dir etwas gut gelungen ist
  • Deine Fähigkeiten wahrnehmen und anerkennen
  • Deine Kraft anerkennen, weil du bereist erfolgreich herausfordernde Situationen gemeistert hast

Sage nicht nur: “Ich helfe dir.”
Sondern auch: ”Ich helfe mir.”

  • Deine Grenzen achten und wahren
  • Deine Grenzen verteidigen
  • Für dich einstehen
  • Dich respektvoll behandeln
  • Dir Unterstützung holen, wenn du sie brauchst

Sage nicht nur: ”Ich liebe dich.”
Sondern auch: „Ich liebe mich.“

  • Dich im Spiegel anlächeln
  • Liebevoll mit deinem Körper umgehen
  • Dir Gutes tun
  • Dich mit Menschen umgeben, die dir gut tun
  • Dich wertschätzend behandeln
  • Dich nicht für dich entschuldigen

Sage nicht nur: ”Ich bin für dich da.“
Sondern auch: „Ich bin für mich da.“

  • Verantwortung für dich und dein Leben übernehmen
  • Dich besser verstehen lernen
  • Deine Bedürfnisse spüren und für die Erfüllung sorgen

Dein inneres Kind braucht DEINE Zuwendung.

Und du wirst sehen, dass – je mehr du dich achtest, wertschätzt, respektierst und liebevoll mit dir umgehst – du weniger das Bedürfnis hast, dass andere dir diese Dinge geben. Du suchst nicht mehr im Außen nach dem, was du brauchst, sondern hebst den Mangel auf, indem du dir selbst gibst, was du brauchst.

Und nicht nur das.

Du transformierst dich.

Die Energie in dir wird eine andere sein. Du denkst nicht mehr im Mangel – in dem, was dir fehlt – sondern in Fülle – in dem, was du hast. Diese positive Energie strahlst du aus. Die Menschen um dich herum spüren diese Energie und werden von ihr oft positiv berührt. Du wirkst dadurch auf viele Menschen anziehend und attraktiv.

Aber vergiss nicht: Selbstliebe beginnt in deinem Kopf.

Zu erkennen, dass dir Selbstliebe fehlt und dir bewusst zu machen, wo du an dir arbeiten kannst, um Selbstliebe zu fördern, ist bereits ein wertvoller Schritt hin zu einem liebevolleren Umgang mit dir selbst.

Wie ist es bei dir? Erkennst du, dass dir Selbstliebe fehlt? Welche Realität in Bezug zu deiner Liebenswürdigkeit erschaffst du dir?

Nächste Woche in Teil 2 zum Thema Selbstliebe zeige ich dir Wege auf, wie du lernen kannst, dich selbst besser anzunehmen und zu lieben.

Das könnte dich auch interessieren

2 thoughts on “Erkennen, was dir fehlt (Selbstliebe Teil 1)”

  1. Liebe Bettina,

    dies ist wieder ein schöner und hilfreicher Beitrag und ich freue mich auf den zweiten Teil. Dein Buch im Taschenformat habe ich mir auch schon bestellt. Ich finde, wie du solch komplexe Themen verständlich aufschreibst, einfach wundervoll.

    Ich wünsche dir auch eine wundervolle Woche, viele liebe Grüße, Maya

    1. Liebe Maya,
      ganz lieben Dank für dieses wundervolle Kompliment! Und ich freue mich, dass du dir mein Buch gekauft hast. Lass mich gerne wissen, ob es dir ebenfalls gefallen hat und hilfreich für dich war.
      Ganz liebe Grüße
      Bettina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.