Ein einfacher Weg in Richtung Freiheit

Wessen Seele verletzt wurde, der kommt oft an den Punkt, an dem er glaubt, die früheren Erfahrungen würden ihm das jetzige Leben immer noch schwer machen. Denn das, was er damals an Erfahrungen gemacht hat, prägen ihn noch heute und belasten dadurch die Gegenwart. Er ist nicht frei, weil er gebunden an ein Problem ist, das er vor langer Zeit erworben hat.

So der Gedanke. So der Glaube.

Auch mir geht es öfters so, dass ich mich frage, ob ich aus meiner schweren Zeit, in der ich depressiv war und einen achtlosen und selbstzerstörerischen Umgang mit mir pflegte, meine Folgen noch heute mit mir herum trage. In Momenten der Einsamkeit überkommt mich das Gefühl, ob ich nicht irgendetwas heilen müsste, was ich unerledigt in mir begraben habe. Denn unverheilte Wunden hören nicht auf zu schmerzen. Und ich wollte frei sein. Frei von einem unbewussten Schmerz, den ich womöglich noch tief in mir trage. Auch wiederkehrende anhaltende Schlafprobleme ließen mich glauben, dass da etwas sein muss, das unerledigt ist.

So die Suche nach einem Problem.

Ich hatte auch immer wieder das Gefühl, dass ich etwas ändern will, aber nicht kann. Ich überlegte mir, wie ich das heilen kann, was mich daran hindert. Überlegte mir, ob ich in eine Therapie gehen soll: Aufarbeitung. Schlafseminar, Frieden finden. So viele Möglichkeiten, die mein Problem finden und lösen könnten, damit ich endlich frei bin. Ich wollte dies und jenes ändern, abwarten, vorbereiten, um dann ein neues und freies Leben beginnen zu können.

problem loslassen

Ich sprach mit meinem besten Freund darüber. Und er gab mir einen einzigen Rat:

Nicht überlegen: einfach machen.

Wenn du nachdenkst, hängst du wieder fest. Lass los von der Vorstellung ein Problem zu haben. Lass den Gedanke los, ein Problem haben zu müssen.

Dann bist du frei.

Ich war erstaunt über die Einfachheit der Lösung. Denn er hatte Recht. Vielleicht hatte ich gar kein Problem mehr.

Und ich begann mich zu öffnen für die Vorstellung, dass, was auch immer mir widerfahren ist, in mir schon geheilt ist. Durch die Zeit. Durch persönliches Wachstum. Durch Menschen und Erfahrungen.

Ich weiß, dass das nicht bei jedem Problem zutrifft, aber manchmal möchte der Verstand leiden. In die Opferrolle schlüpfen und sich bemitleiden, um aus diesem Schmerz seine Identifikation zu ziehen. Er ist die Geschichte. Der Schmerz. Das geprägte Wesen.

So die Einbildung und der Glaube.

Was, wenn auch du einfach frei bist?

Kannst du loslassen von der Vorstellung, ein Problem zu haben und einfach fliegen?

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