Wenn du das Gefühl hast, nicht in die Welt zu passen

Kennst du diese Situation, dass du inmitten anderer Menschen bist und dir fremd vor kommst? Nicht, weil du diese Menschen nicht kennst – ganz im Gegenteil. Es können Bekannte, Kollegen oder sogar der erweiterte Familienkreis sein. Ich meine eher, dass du eine Wellenlänge mit diesen Personen suchst, auf der ihr euch begegnen könnt, aber keine findest und dich deswegen fremd fühlst?

Das Gefühl haben, anders zu sein

Ich hatte schon oft das Gefühl, „nicht in die Welt zu passen“. Das Gefühl, dass die Menschen, die ich um mich hatte, irgendwie anders waren als ich. Andere Lebensstile, Wertvorstellungen oder Ansichten hatten. Und ich mich in keinem Menschen wiedergefunden habe.

Ich wollte mich gleich mit ihnen fühlen, mich richtig gut mit ihnen verstehen, aber habe keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Ich habe Gespräche gesucht, aber nicht gewusst worüber. Unsere Begegnungen waren höflich, aber nicht freundschaftlich. Ich habe mich fremd gefühlt, obwohl ich eigentlich keinen Grund dazu hatte.

Die Suche nach dem Fehler

Ich fing an, mich zu fragen, was mit mir los sei. Ich habe mich in Frage gestellt und hatte den Eindruck, dass alle anderen normal sind und ich irgendwie anders bin. Ich habe geglaubt, dass ich mich ändern müsste, um in die Welt zu passen und habe versucht, so zu werden wie sie. Mich versucht anzupassen, um mich auf einer Wellenlänge mit ihnen treffen zu können.

Aber das schlug fehl.

Denn nun habe ich mich nicht nur unwohl gefühlt, weil ich mich nicht zugehörig gefühlt habe, sondern zudem noch, weil ich eine Rolle spielte, die mir nicht entsprach.

So fühlte ich mich immer unwohler und mied diese Gesellschaft, sofern dies möglich war.

Irgendwann habe ich mich gefragt, ob es eigentlich nur mir so geht und wenn ja, warum es nur mir so geht. Die Begegnung mit den Menschen, die vermeintlich nicht auf meiner Wellenlänge liegen, war unvermeidbar. Und es konnte nicht sein, dass ich mich jedes Mal schlceht fühlte und hoffte, dass die Zeit schnell vergeht, wenn ich unter ihnen bin.

Und es konnte auch nicht sein, dass ich den Menschen einfach aus dem Weg gehe.

Warum du dich in dir wohlfühlen musst

Ich musste beginnen, mich in dieser Gesellschaft wohl zu fühlen, selbst wenn die Menschen nie meine engsten Freunde sein werden. Und mir wurde klar, dass wenn ich ein Problem habe, nur ich die Lösung dafür finde konnte.

Auf der Suche nach der Ursache, warum dieses Unbehagen in mir aufkommt, habe ich festgestellt, dass ich mich von den anderen, dominanteren Personen einschüchtern lasse und mich in mir und meiner Person in deren Gegenwart unsicher fühle.

Ich musste mich demnach in mir sicher und wohl fühlen, um mich inmitten dieser Menschen wohlfühlen zu können.

Denn, wer sich sicher fühlt:

  • Hat keine Angst, er selbst zu sein
  • Wird keine Scheu haben, anderen seine Meinung zu sagen
  • Den werden Kritik oder andere Ansichten nicht verunsichern

Ich musste erkennen, dass ich so, wie ich bin, genau richtig bin und ich meinen Platz in der Welt finden werde. Ich muss mich nicht anpassen, um ankommen zu können, sondern ich muss in mir ankommen, um in der Welt zu Hause sein zu können.

Arbeite an deinem Selbstbewusstsein und deinem Selbstvertrauen. Beginne, dich in deinem Körper und deinem Wesen wohlzufühlen und habe keine Angst, du selbst zu sein. Das ist der einzige Weg um Selbstsicherheit zu erlangen.

Finde die Sicherheit in dir

Es wird immer Menschen geben, mit denen du nicht auf einer Wellenlänge liegst und es ist immer ratsam, dich hauptsächlich mit den Menschen zu umgeben, die dir gut tun und unter denen du dich wohlfühlst.

Wenn du aber häufig das Gefühl hast, dich fremd zu fühlen, oder wenn das Zusammensein mit Menschen, unter denen du dich fremd fühlst unvermeidbar ist (weil sie Bekannte, Kollegen sind oder zur Familie gehören), solltest du dir überlegen, ob du dir dieses Problem nicht selbst erschaffen hast.

Hast du ein mangelndes Selbstvertrauen und bist sensibel? Dann kann es sein, dass du aus Unsicherheit die „dominante“ Art anderer als einschüchtern empfindest und ein Gefühl der Ablehnung diesen Menschen gegenüber in dir entsteht. Das Gefühl, abgewiesen zu werden oder nicht zu ihnen zu passen, weil niemand auf dich eingeht.

Finde den inneren Halt in dir. „Wer nicht in die Welt paßt, der ist immer nahe daran, sich selber zu finden“, sagte Hermann Hesse. Du bist vielleicht dabei zu erkennen, wer du bist. Lerne, dich anzunehmen und zu akzeptieren. Lerne, dich zu mögen und der Mensch, der du bist, zu leben. Dann wirst du die Sicherheit finden, die dich von innen trägt und schützt. Dann wirst du dich in dir wohlfühlen und keine Angst haben, du selbst zu sein. Dann wirst du in die Welt gehen und dich nicht mehr fremd fühlen.

„Früher habe ich einen Raum voller Menschen betreten
und mich gefragt, ob sie mich mögen.
Heute schaue ich mich um und frage mich, ob ich sie mag.“

Unbekannt

Wie ergeht es dir. Kennst du das Gefühl?

24 Gedanken zu „Wenn du das Gefühl hast, nicht in die Welt zu passen

  1. Mich interessiert nur die Spiritualität, Esoterik, Philosophie und die Politik und die Psychologie.

    Das Arbeitsleben fällt mir schwer und bei mir ist leider alles fremd.

  2. Hay Bettina,

    Ich fand deinen Text sehr bewegend, doch bei mir ist das alles doch etwas anders. Ich denke Vertrauen spielt eine sehr große Rolle, wenn man sich unsicher fühlt und nicht zugehörig. Ich wurde in meinem Leben sehr geprägt, so,dass ich eine Art Hass und Angst vor Menschen besonders älteren Männern entwickelt habe. Wenn man dann aber zusätzlich seiner eigenen Familie nicht trauen kann und das Gefühl hat, nicht verstanden zu werden, ist es wie ein schwarzes Loch, dass dich von Innen auffrisst. Es kommen immer öfter Menschen in dein Leben,bei denen du dich gut fühlst, verstanden, akzepziert. Doch wenn diese Menschen dich dann verletzen hast du niemanden mehr. Du beginnst dich zu fragen “Wer bin ich?“ und “Was mach ich hier“, siehst nebenbei noch wie das Schlechte sich auf der Welt ausbreitet. Die Luft die du atmest, das Wasser das du trinkst, das Fleisch, das du isst. Ich bin so ein Mensch, der träumt. Von einer besseren Welt, seinen Traumprinz zu finden, einen Beruf zu finden der einen glücklich macht und so weiter. Und am Ende sind ed doch nur Träume und man steigert sich in sie hinein. Nichts ist einem gut genug. Ich singe, spiele Geige, zeichne, Schreibe Songs, verfasse Texte, Dichte, werde kreativ, schreibe ein Buch, steh auf der Bühne, liefere eine Show ab, model, komponiere, schauspielere, fotografiere, versuche meinen Weg zu gehn, da bei dem Berufswahltest nichts herausgekommen ist. Was ist mit Menschen wie mir? Wie kann ich je glücklich sein und zufrieden, wenn alles was ich mir erträume so unfassbar weit weg und schwer zu erreichen ist? Wenn ich einfach nur hier raus möchte, einen Neuanfang, weg von dem ganzen Schlechten, das mich geprägt hat. Wie kriege ich das hin? Einen Menschen zu finden der fühlt wie ich und bleibt. Mich nicht verletzt, da ist? Ich passe nicht in diese Welt und werde es wahrscheinlich nie tun. Und manchmal frage ich mich dann, ist das alles vorbestimmt, ist da jemand der mir mein Schicksal schon gelegt hat? Was tut man, wenn man keine Luft mehr durch seinen eigenen Körper bekommt?

    1. Liebe Sarah,

      vielen Dank für deine Offenheit. Du hast recht, dass die Vergangenheit prägt und Misstrauen dazu führen kann, sich nicht verbunden und verstanden zu fühlen. Deine Verschlossenheit und Argwohn bemerken andere Menschen und das kann dazu führen, dass sie sich auch dir nicht öffnen. Bedenke, dass du erlauben musst, an dich heranzukommen. Dass du anderen die Chance geben musst, vertrauenswürdig zu sein. Du bekommst immer so viel, wie du selbst zu geben bereit bist.

      Leider hast du wohl auch Menschen getroffen, denen du dich zwar verbunden gefühlt hast, die dich aber trotzdem verletzt haben und dir wieder gezeigt haben, dass du niemandem vertrauen kannst. Im Leben erfahren wir immer wieder Ablehnung. Verletzungen. Meist jedoch nicht, weil ein anderer uns weh tun möchte, sondern weil wir Verletzungen in uns tragen, die ein anderer mit seinem Verhalten berührt. Und bei dir scheinen andere sehr leicht deine Wunden aus der Vergangenheit aufzureißen.

      Wir können nicht erwarten, dass sich alle Menschen lieb und nett verhalten und uns nie weh tun. Mit Verletzungen kämpft ein jeder von uns. Was dir widerfährt kannst du nicht beeinflussen, was du beeinflussen kannst, ist, wie du mit dem umgehst, was dir widerfährt. Du kannst dich für all deine Erfahrungen entweder bemitleiden oder sie als Geschenk betrachten. Sie sind entweder eine Chance für Wachstum oder ein Hindernis, das dich vom Wachstum abhält. Die Entscheidung liegt bei dir.

      Ziehst du dich gleich zurück und bemitleidest dich, oder versuchst du aus der Erfahrung zu lernen? Hast du versucht zu verstehen, warum dies oder jenes passiert ist oder hast du vielleicht ohne nachzudenken eine böse Absicht unterstellt? Hast du Mitgefühl für andere und gestehst ihnen zu, dass sie in ihrer Wut etwas sagen könnten, was sie gar nicht so gemeint haben oder nimmst du jede Aussage direkt persönlich?

      Wenn du den Eindruck haben möchtest, dass die Welt nur Schlechtes für dich will, wirst du an jeder Ecke Menschen und Umstände finden, die dir diesen Eindruck bestätigen. Es kommt immer darauf an, was du in dein Herz lässt. Wie viel Macht du anderen über dich erlaubst zu haben.

      Du machst bewundernswert viele Sachen und scheinst sehr talentiert zu sein. Wovon träumst du denn genau? Was heißt „einen besseren Job“ haben? Was ist deine größte Sehnsucht und was hast du schon versucht, um sie dir zu erfüllen? Woran bist du gescheitert? Wir können uns nicht von heute auf morgen ein neues Leben erschaffen, aber Schritt für Schritt. Mit jeder Entscheidung, die du triffst, formst du dein Leben. Damit meine ich auch die Entscheidung, welche Geisteshaltung du zu den Dingen hast. Viktor Frankl, ein Psychologe, saß im Konzentrationslager und hat nur Ablehnung erfahren. Er hat ein Buch geschrieben „und trotzdem ja zum Leben sagen“. Er hat nicht aufgehört an das Leben zu glauben. Es ist eine Entscheidung, wie wir mit dem, was uns widerfährt, umgehen.

      Wenn dich deine Vergangenheit so sehr prägt möchte ich dir gerne diesen Beitrag empfehlen, der dir möglicherweise helfen kann, einen neuen Blickwinkel zu bekommen: Sei kein Sklave deiner Vergangenheit (http://www.kreativgedacht.de/sklave-deiner-vergangenheit/)

      Liebe Grüße
      Bettina

  3. Danke Bettina, da sprichst Du auch mich an.
    Ich habe zwar keine Probleme im Umgang mit meinen Mitmenschen, da mir der „liebe Gott“ ein recht offenes Naturell mitgegeben hat, und es für mich seit meiner Kindheit selbstverständlich ist, meine Meinung offen zu äußern, auch wenn ich damit anecke.
    Doch was mir wirklich ein Problem macht, ist eine gewisse Einsamkeit. Ich meine sowas wie eine echte Gemeinschaft, der Menschen die sich bewusst spirituell weiterentwickeln wollen.
    Du hast hier mit Deinem Blog was wirklich Wunderbares geschaffen, und ich fühle mich hier total zuhause. Bodenständige Spiritualität nenne ich das. Danke.
    Doch ich vermisse sowas wie einen Raum, in dem sich die Gemeinde in echt treffen kann. Kennst Du sowas wie eine „Spiri Kneipe“?
    Ich lebe in der tiefsten Provinz, und versuche mit meinen Kursen und mit meiner Kunst ein wenig Leben in die Scene zu bringen. Doch es ist mir alles noch zu wenig. Ich träume davon, dass es das Normalste der Welt ist, Menschen wie Dich zu treffen, und wir uns gegenseitig im Wachstum und in der Entfaltung unterstützen.
    Vielleicht komme ich ja mal nach Stuttgart, und entdecke dort ein Lokal auf dem „Kreativ gedacht“ über dem Eingang steht.
    Oder ich sollte sowas selbst mal in Angriff nehmen ;-)
    Alles Liebe,
    Martin

    1. Vielen Dank für dieses schöne Kompliment! Ich freue mich sehr, dass du dich hier zuhause fühlst. Das ist genau das, was ich erreichen möchte. Ein Ort, um sich verstanden zu fühlen und austauschen zu können. Um weiterzukommen und weiterhelfen zu können.

      Ich musste gerade richtig schmunzeln über deine Idee, aber sie ist großartig! Ich kenne keine solche Kneipe oder einen Ort, wo man sich spirituell austauschen kann, tiefgründige Gespräche führen und sich gegenseitig weiterbringen kann.

      Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ein solches Lokal ins Leben rufen soll, ohne etwas dabei zu verdienen, aber vielleicht schaffst du es ja! Ich würde auf jeden Fall mal vorbeikommen :)

      Liebe Grüße
      Bettina

  4. Am Freitag war dieses Gefühl wieder so stark, so prägnant, dass es mich sogar jetzt zwei Tage später umhaut.
    Ich habe den Artikel gefunden und als Du den Punkt mit der dominanten Person ansprach dachte ich nur : Ja, genau das war das Problem. Ich mag es nicht Menschen als Problem darzustellen aber ich komme gegen sie einfach nicht an. Und dann gehen die Selbstzweifel los und dann kommt dieses Gefühl wieder hoch.
    Ja. Das war mir vor diesem Artikel nie bewusst. Ich dachte immer das das ein Gefühl ist wie ein Schnupfen. Das es einfach plötzlich kommt und ne Weile braucht bis es wieder geht. Aber jetzt sehe ich klarer.
    Danke Dafür.
    Liebe Grüße.

    Ann – kolonialwarenladen.blogspot.de

    1. Liebe Ann,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Wenn wir uns selbst verstehen lernen, dann werden unsere Probleme durchschaubarer. Wir erkennen Ursachen und finden dadurch leichter Lösungen. Es freut mich, dass du durch diesen Beitrag dich selbst besser verstehen kannst!
      Alles Gute dir und liebe Grüße
      Bettina

  5. Liebe Bettina,

    die Schwierigkeit scheint darin zu liegen, dass sich all die destruktiven Gedankenmuster, die Introjekte, die wir erfahren haben, im Laufe der Jahre und Jahrzehnte in unser Gehirn und in das vegetative Nervensystem hineingebrannt haben. Sie werden zum Selbstläufer, wierden zum Programm, das sich selbst nährt und von selbst abläuft.

    Es ist grundsätzlich möglich, dsss wir uns umprogrammieren und diese Muster auflösen, indem wir sie nicht weiter nähren. Das gelingt aber nur, wenn wir uns dieser Muster ganz gewahr werden und in diesem Moment den Kreislauf dieser Muster durchbrechen, diese destruktiven Gedanken ziehen lassen und auf unsere Gefühle achten.

    Wenn es uns gelingt, nachhaltig in diesen Modus hineinzukommen und wir beharrlich trainieren, werden sich die destruktiven Muster nach und nach auflösen.

    Gruß
    Ylander

    1. Lieber Ylander,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die ausführliche Antwort. Ich bin ganz bei dir und glaube ebenfalls, dass wir durch Bewusstheit und regelmäßiges Üben Veränderungen schaffen können.
      Alles Gute und viele Grüße
      Bettina

  6. Liebe Bettina,

    ich teile deine Erlebnisse und Empfindungen.

    Allerdings bin ich zu einer etwas anderen Erkenntnis gelangt, was wichtig ist: nämlich die innere Freiheit – Freiheit von all den Eigenschaften in der Gesellschaft, die uns Hochsensiblen, die allzu leicht die Maßstäbe der Gesellschaft an sich anlegen -so sehr zu schaffen machen.

    Der Weise Jiddu Krishnamurti hob immer wieder hervor, wie wichtig Freiheit sei, hat uns immer wieder zum Prüfen aufgefordert, ob wir leben, wie wir sind, oder wie wir sein sollten. Wer frei sein wolle, müsse ein totaler Außenseiter in der Gesellschaft sein und in der Gesellschaft leben, aber nicht als ein Teil von ihr.

    Gruß
    Ylander

    1. Lieber Ylander,
      vielen Dank für deinen Kommentar und ich kann dir nur Recht geben: Wirklich frei sein und leben kann nur, wer innerlich frei und damit innerlich allein ist, was für mich aber auch mit Selbstvertrauen und innerem Halt zu tun hat. Aber das ist eine schwere Kunst. Ich habe auch ein Buch von Jiddu Krishnamurti gelesen (Einbruch in die Freiheit), du kennst es bestimmt. Schaffst du es denn, trotz der ganzen Einflüsse von Außen innerlich frei zu sein und frei zu leben, so ganz innerlich getrennt von der Gesellschaft? Gerne kannst du auch bei dem Beitrag, den ich über das Buch geschrieben habe, kommentieren, wenn dir das passender erscheint: http://www.kreativgedacht.de/innere-freiheit/ Ich persönlich versuche immer wieder, diese Ansätze zu leben, aber es braucht Übung und seine Zeit.
      Liebe Grüße
      Bettina

  7. Liebe Bettina, ich habe mich in meinem Leben oft anders gefühlt, schon allein deswegen, weil ich anders ausschaue, aus einem anderen Land komme und eine andere Kultur habe. Es gab schon viele Menschen, denen ich in meinem Leben begegnet bin, und die mir das Gefühl anders zu sein, sehr stark vermittelt haben, in dem sie mich „anders“ behandelt haben. Heute stehe ich über all dem, aber es war schwierig zu diesem Punkt zu gelangen. Ich habe sooft nach Fehlern in mir selbst gesucht, weil andere mich einfach nicht akzeptiert habe wie ich bin. Ich habe deinen Beitrag so gern gelesen! Vielen Dank dafür! Ganz liebe Grüße, Fari aus Wien

    1. Liebe Fari,
      es ist wirklich traurig, dass einige Menschen denjenigen, die nicht aus ihrem Land kommen, oft mit Vorurteilen und Abneigung begegnen. Ich glaube, jemand, der dieses Problem nicht kennt (wie ich), kann gar nicht richtig begreifen, was das bedeutet. Es freut mich, dass du deinen Halt nun in dir gefunden hast und dich nicht mehr unterkriegen lässt. Gab es denn ein einschneidendes Erlebnis, das dich zu dem Punkt brachte, dich zu akzeptieren und über all dem zu stehen?
      Ganz liebe Grüße nach Wien
      Bettina

    2. Liebe Bettina, nein es gab kein einschneidendes Erlebnis, aber mit der Zeit kommst du einfach drauf dass du eigentlich ganz ok bist und es nicht an dir liegt. Manche Dinge muss man einfach akzeptieren, da es einige Menschen da draussen gibt, die einfach anders denken. GLG, Fari

  8. Hallo,
    Ich finde dein Artikel sehr schön,
    Leider habe ich dieses Problem auch. Ich fühle mich, als komme ich von einem anderen Stern. Familie, Partnerschaften sind mir manchmal sogar fremd. Ich beschäftige mich sehr viel mit Philosophie und Spiritualität. Mein Lebenslauf und meine Schullaufbahn war auch nicht so positiv. Ich passe in dieses Leben nicht. Wie ein Puzzleteil was übrig bleibt.

    1. Liebe Chrisi,
      vielen Dank! Es ist schön zu wissen, dass man nicht allein mit diesem Gefühl ist. Bei dir hört sich das sehr traurig an. Kannst du mir beschreiben, in wie fern du das Gefühl hast, nicht in die Welt zu passen? Sind es die zwischenmenschlichen Beziehungen oder eher die Gesellschaft, in der du dich nicht wohl fühlst? (Weil du auch deine Schullaufbahn ansprichst.) Und gibt es gar niemanden, der auf deiner Wellenlänge ist? Gar keinen Ort oder eine Tätigkeit, bei der du dich wohlfühlst? Liebe Grüße Bettina

    2. Hey du Liebe , ich musste fast weinen als ich deinen Kommentar gelesen habe weil es mir genau so geht. Schon als kleines Kind waren mir meine Eltern und Familie fremd. Ich bin 55 Jahre hier und fühle mich als hätte ich mich verflogen und sei nicht richtig. Habe Verhaltens Therapie gemacht und jetzt Trauma Therapie und langsam wird es besser seit dem ich weiß das ich meine Zwillingsgeschwister im Bauch meiner Mutter verloren habe und hochsensibel bin . Mein Vater hat mich /uns, klein gemacht hat damit er groß ist. Irgendwie war alles ziemlich schwer. Am Leben gehalten haben mich die Tiere und die Natur. Jetzt wird mir einiges klarer und ich begreife vieles, es geht voran doch dieser Schmerz der Einsamkeit ist immer noch da. Ich wünsche mir so sehr Menschen um mich bei denen ich mich geborgen und gut fühle. Ich gebe die Hoffnung nicht auf und wünsche Euch allen das Beste. Liebe Grüße, Juliet

    3. Liebe Juliet-Nina,
      vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Worte.
      Ich wünsche dir alles Liebe und Gute und vor allem Menschen, unter denen du dich wohlfühlst.
      Alles Liebe
      Bettina

  9. Danke an euch, ich musste heute Abend einfach hören, dass ich nicht alleine mit diesem Gefühl bin. Ich vergleiche meine Situation innerlich oft mit diesem Steckkastenspiel für Kleinkinder: Das runde Teil muss ins runde Loch, das Quadratische ins Quadratische, das Dreieck in die dreieckige Form. Ich bin die Sternform…ich passe einfach nirgendwo hinein, egal wie sehr ich es auch versuche. Manchmal fühlt es sich so an als würde ich alleine in einem großen Raum schweben,ohne jemanden der da wäre und mich versteht, ganz allein. Das mit dem Selbstwertgefühl ist ein guter Gedanke. Ich denke auch immer nur daran falsch zu sein und nichts Besonderes, und auch irgendwie keinen besonderen Sinn auf der Welt oder im Leben eines anderen zu erfüllen. Ich habe versucht, nach außen selbstbewusst zu wirken, da die Leute einen dann natürlich attraktiver finden; aber da es nach Innen nicht aufrichtig war hat es offensichtlich auch nach außen nicht gewirkt. Aber wie man sich selbst davon überzeugt etwas wert zu sein, zu etwas gut zu sein…dieses Rätsel konnte ich bis jetzt noch nicht lösen. Da ich auch äußerlich ziemlich individuell aussehe hat eine Freundin von mir prognostiziert, dass die Leute vielleicht Angst vor meiner Andersartigkeit haben, dass ich sie einschüchtere… aber ich kann, wie du, auch nicht damit leben mich ständig zu verstellen. Trotzdem bleibt nur weiterzumachen und zu hoffen, dass ich irgendwann in meinem Leben jemandem begegne der mich verstehen kann und mich nicht einfach fallen lässt weil ich ihn mit meiner Persönlichkeit, meinem Aussehen oder sonst irgendwas überfordere… Ich bin froh, dass ich jetzt weiß, dass andere dieses Gefühl auch kennen!

    1. Danke für deine offenen Worte. Ich freue mich, dass du dich durch uns nicht so alleine fühlst. Du hast das sehr schön beschrieben mit dem Stern, der nirgendwo reinpasst. Du sagst, du findest keinen Sinn im Leben. Weißt du, was das größte Geschenk ist, das du der Welt machen kannst? Du selbst sein in deiner besten Version. Und nur wenn du das tust, was dir im Inneren richtig vorkommt, bist du echt und du selbst. Dann lebst du im Einklang mit dir und das macht dich zufrieden. (Da schwindet dann auch die Suche nach dem Sinn. Der Sinn wird dein Leben.) Und diese Gefühl strahlst du in die Welt hinaus und erhellst sie mit deinem Licht. Liebe Sarah, auch wenn du es schwerer hast, weil du „anders bist“, bleib dir bitte treu. Habe den Mut, so zu sein, wie du sein willst. Es ist der einzige Weg, der dich letztendlich glücklich machen kann. Nur dann bist du echt. Und vielleicht beeindruckst du andere sogar damit und inspirierst sie, das zu tun, wovor sie Angst haben: Sie selbst zu sein.

      Nimm dein anders sein als „Mission für die Welt“ an, lerne, dich in dir wohlzufühlen und dich nicht mehr als etwas Schlechteres anzusehen, weil du anders bist. Du bist toll. Hast viele Eigenschaften und Fähigkeiten, die dich auszeichnen. Vielleicht hilft dir dieser Beitrag etwas dabei, dich zu mögen: http://kreativgedacht.de/die-summe-deiner-teile/ Ich werde mir vornehmen, auch einen Beitrag zu schreiben, wie man lernt, sich selbst anzunehmen.

      Ich bin mir sicher, dass du jemanden finden wirst, der dich genau so mag, wie du bist. Und ich weiß nicht, ob es dir hilft: Wir kennen uns nicht, aber ich mag dich! :)

  10. Auch ich erkenne mich darin 100 % ig wieder…nur wie ich dahin komme..mich anzunehmen ..ist ein langer und schwieriger Weg…stoße immer wieder an meine Grenzen und werde wegen diesem Anders -Sein wohl nun auch meinen neuen Job verlieren…ich denke zuerst , es kann nur an mir liegen, ich bin der Fehler. Ich habe drüber mit Mutter und bester Freundin und meinem Freund gesprochen, den Menschen, die mich am besten und am längsten kennen und wohl auch meinen wahren Wert einschätzen können ( den ich selber nicht immer erkenne, vor allem nicht in solchen Stress und Konfliktsituationen ). Ich weiß erst seit 1 , 2 Jahren, dass man dieses Anderssein HOCHSENSIBEL nennt . Und da es mich seit Kindesbeinen verfolgt, war das Gefühl der Aussenseiterin immer da. Es ist wohl die Konstellation der Menschen , v.a. auch im Job, der mich entweder mich dort wohlfühlen lässt oder mich scheitern lässt. Es ist hart das zu erkennen und mir zu sagen , ich bin ok so wie ich bin . Mir hilft gerade sehr “ Hey “ von Andreas Bourani und der Song “ Up & Up“ der britischen Band Coldplay, meiner Lieblingsband.

    1. Es ist schwer, sich anzunehmen und zu akzeptieren, wenn man sich fremd fühlt und als Außenseiter vorkommt. Die Kälte und Distanz, die man dadurch spürt, lassen einen sehr einsam und traurig werden. Man will Kontakt. Man will sich wohlfühlen – aber weiß nicht, wie. Man sucht das „Angekommen-sein“, aber kommt nicht an.

      Konzentriere dich auf die Menschen, die dich lieben – und zwar dafür, dass du genau so bist, wie du bist. Wenn andere deinen Wert nicht erkennen und deine Stärke nicht sehen (die auf jeden Fall vorhanden ist) dann wird dein Platz auch nicht dort sein. Ich wurde früher in Jobs oft kritisiert, weil ich zu still bin und mich nicht gleich lautstark bemerkbar mache, wie andere extrovertierte Kollegen. Ich war innerlich tief traurig und habe mich immer weiter in mir zurückgezogen. Wurde dadurch noch stiller und unbemerkbarer. Wenn man Menschen um sich hat, die das genaue Gegenteil von dir sind und die nur sehen, was du NICHT bist, werden sie dich niemals schätzen lernen. Ich habe auch schon sehr schlimme Zeiten durchlebt, die für mich die Hölle waren. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich nur durch diese Erfahrung zu dem Mensch geworden bin, der ich heute bin. Ohne diese „Schule des Lebens“, wäre ich heute niemals so selbstbewusst geworden. Das Leben gibt dir nicht immer das, was du willst, aber es gibt dir das, was du (zum Wachsen) brauchst. Ich hoffe, dass auch du – wenn Zeit vergangen ist – das Positive an deiner Kündigung siehst (sofern sie eingetreten ist).

      „Hey“ finde ich auch einen sehr schönen Song! Es ist schön, dass du etwas hast, woran du dich halten kannst. Auch Andreas hat ihn ja für sich selbst geschrieben, um liebevoller zu sich zu sein.

      Mit Hochsensibilität habe ich mich ehrlich gesagt noch nie genauer befasst, möchte aber gerne dazu einen Artikel schreiben. Denn das Thema läuft mir immer wieder über den Weg. So auch durch dich.

      Ich wünsche dir alles Gute
      Deine Bettina

  11. Mein Gott, da kennt jemand mein Leben und meine Persönlichkeit. Wie schlimm das manchmal sein kann, sich so anders zu fühlen, nicht dazuzugehören, immer andere Meinung, andere Einstellungen, anders „sein“. Ich bin 60, habe vor kurzem erst begonnen, zu finden, dass nicht immer ich „schuld“ daran bin, wenn es keine Verbindung zwischen mir und dem anderen gibt, keine Beziehung. Es ist eine ganze Menge Arbeit und ich werde noch etwas brauchen, bis ich mich so nehmen kann, wie ich bin. In der Zwischenzeit umgebe ich mich so gut ich kann mit Menschen, die mir gut tun. Anders ist es schlecht auszuhalten und kosten viel zu viel Kraft.

    1. Danke dir für deinen Kommentar und deine offenen Worte! Es ist schwer, zu sich selbst zu stehen und sich in sich wohlzufühlen, wenn man das Gefühl hat, so gar nicht zu den anderen zu passen. Aber du bist auf dem richtigen Weg! Denn du bist völlig richtig, so wie du bist! Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg und Kraft, zu dir selbst zu finden!

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