6 Schritte, um Menschen loszulassen, die nicht mehr bei dir sein möchten

Menschen kommen in dein Leben und gehen aus deinem Leben. Sie sind wie Passagiere im Zug, steigen auf deinem Lebensweg hinzu, bleiben eine Weile und steigen wieder aus. Nicht alle, aber doch viele. Am Ende bleiben nur wenige für immer an deiner Seite.

Vor kurzem ist aus meinem Zug eine (nun ehemalige) Freundin ausgestiegen, weil sie mich nicht mehr begleiten wollte. Sie hat mir deutlich gemacht, dass sie mit meiner Entwicklung und meinem Weg nichts anfangen kann (meinem Blog und meinem Ziel, als Coach zu arbeiten) und mich so in Erinnerung behalten möchte, wie ich war. Sie kennt diese „neue“ Seite nicht von mir und möchte sie auch nicht kennenlernen. Das tat weh. Sehr weh sogar, aber ich wusste, dass es okay ist. Wenn ich in ihrem Leben keinen Platz mehr habe und sie sich nicht mehr wohlfühlt, wenn ich in ihrem Leben bin, dann steht es ihr zu, auszusteigen.

Da der Verlust für mich sehr plötzlich kam, brauchte ich eine Weile, um mit den Abschied umzugehen und habe auf diese Weise Frieden gefunden:

1. Gemeinsame Zeit Revue passieren lassen

Ich habe mich an einen stillen Ort zurückgezogen und an unsere gemeinsame Zeit gedacht. Ich habe unsere gemeinsamen Momente vor meinem inneren Auge Revue passieren lassen: Die Momente, in denen wir füreinander da waren, die Momente, in denen wir gelacht und Unsinn gemacht haben und die Momente, in denen wir uns auch Mal auf die Nerven gingen oder Tränen flossen.

Ich dachte nicht an den Verlust, sondern war voll und ganz in unserem Erleben mit all den Gefühlen, die die Momente ausgelöst haben.

An dich:
Denke auch du an eure gemeinsame Zeit. Schau dir euren Film an. Fühle dich in die Erinnerungen hinein, in die Momente, die ihr erlebt habt und lass sie nochmal aufblühen. Lass es intensiv sein, wenn es intensiv wird. Ein Abschied darf gefühlvoll sein.

2. Unsere Wege verfolgen

Ich habe meine Aufmerksamkeit auf die Phase gelegt, in der sich unsere Wege begonnen haben zu trennen. Es war die Zeit, in der wir noch im gleichen Zug saßen, aber nicht mehr beieinander. Ich bin in einen anderen Wagon gewandert und habe mich dort niedergelassen (ich habe das Unternehmen gewechselt). Unsere Wege kreuzten sich noch, weil wir uns um Begegnungen bemüht haben, aber es war lange nicht mehr so intensiv und vertraut, wie es damals war, als wir uns fast täglich gesehen haben.

Ich habe mich räumlich entfernt und gedanklich auch. Ich bin weiter meinem Weg gefolgt und habe sie nicht mitgenommen. Nun kam die Trennung. Sie steigt aus.

An dich:
Verfolge auch du die Wege, die euch zusammengeführt und nun wieder getrennt haben. Wann seid ihr euch begegnet, wo habt ihr angefangen, euch voneinander zu entfernen und wann ist der Freund oder die Freundin ausgestiegen?

3. Die Trennung verstehen

Dadurch, dass ich gedanklich unsere Wege verfolgt habe, kann ich die Trennung noch besser verstehen. Die Trennung schmerzt, es ist ein Stich ins Herz – zwei Mal mehr, weil ich auf dem Weg zu mir selbst bin und es genau deswegen zu dieser Trennung kam. Und doch weiß ich, dass es richtig ist. Mein Weg geht ohne sie weiter. Wir haben eine gemeinsame Zeit miteinander verbracht – eine schöne Zeit – die nun zum Ende gekommen ist. Das, was wir füreinander getan und wofür wir uns gebraucht haben, existiert nicht mehr.

Wir haben uns voneinander entfernt und zwar vor allem auf der mentalen und persönlichen Ebene. Ich bin weiter meinem Weg gefolgt und habe sie nicht mitgenommen, beziehungsweise nicht mitnehmen können, weil ich meine inneren Grenzen erweitert habe und sie ihre Grenzen beibehalten hat.

Unsere Lebens- und Denkweisen passen nicht mehr zueinander.

Deswegen trennen sich unsere Wege.

Und es völlig okay und richtig. Ich möchte keinen Menschen bei mir haben, der mich auf meiner Reise blockiert. Ich gehe den Weg meine Herzens. Den muss nicht jeder verstehen, aber das, was ich werde ist das, was ich bin. Und wenn das jemand nicht sehen möchte, hat er keinen Platz in meinem Leben, weil er mich in meinem Wesen nicht annehmen würde. Sie hat die Trennung hervorgerufen und mir gezeigt, dass sie eine Denkweise hat, die mich keineswegs unterstützen würde. Deswegen bin ich froh, dass sie ehrlich war und sich von mir abgewendet hat.

An dich:
Versuche, eure Trennung zu verstehen. Nichts ist schlimmer, als mit offenen Fragen zurückgelassen zu werden, die dich nicht loslassen. Wenn du den Abschied nicht verstehst, bitte um ein Gespräch oder um eine kurze Nachricht in der dir die Gründe mitgeteilt werden. Du möchtest für dich abschließen – und das Verständnis für die Trennung ist für diesen Schritt nötig. Wenn du eine Erklärung bekommst, lass los von dem Impuls, dich rechtfertigen zu wollen (falls dieses Gefühl in dir aufkommt). Lass die Erklärung so stehen und versuche, sie nachzuvollziehen. Auch ich habe einen Anlauf gewagt, um mich zu erklären, aber habe gemerkt, dass ein Austausch nicht gewünscht ist. Sie hatte abgeschlossen und das muss und will ich akzeptieren.

Menschen loslassen

4. Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit

Ich blicke in Dankbarkeit auf unsere gemeinsame Zeit und schätze sehr, dass sie ehrlich zu mir war. Ich weiß um das Geschenk, das unsere Freundschaft war – mit all ihren Höhen und Tiefen.

Ich kann dieses Kapitel in meinem Leben mit einem Lächeln schließen (und mit einer Träne), weil es kam, wie es kommen musste. Ich kann den Abschied verstehen. Keiner hat etwas falsch gemacht. Das 4. Gesetz der Spiritualität besagt: „Was zu Ende ist, ist zu Ende.“ Und für uns beide ist es besser so.

An dich:
Lenke deine Aufmerksamkeit auf das Postive in eurer Beziehung. Nicht nur im Sinne von tatsächlichen positiven Ereignissen. Mit positiv meine ich  auch Erkenntnissen oder Erfahrungen, die du dank der Beziehung erfahren durftest und für die du dankbar bist, weil sie dich in deiner Entwicklung weiter gebracht haben.

5. Vergib dir

Wenn Momente auftauchen, die Schuldgefühle in mir wecken, lasse ich diese Situationen vor meinem inneren Auge erscheinen. Ich spüre in die Situation hinein. Was ist damals geschehen, was belastet mich und was hätte ich anders machen wollen? Ich vergebe mir und nehme aus der Erinnerung den Entschluss mit, in solch einer ähnlichen Situation zukünftig anders zu reagieren. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich das getan, was ich für das Beste hielt. Nun gehe ich gewachsen an Erfahrung aus dieser Erinnerung hervor und lasse sie dadurch los.

An dich:
Wenn du Momente hast, in denen Schuldgefühle und Verletzungen aufkommen, lass sie da sein. Mache dir bewusst, dass du dein Bestes getan hat und dass du aus dieser Erfahrung gelernt hast. Spiele die Situation erneut durch auf die Art und Weise, wie du in Zukunft gerne reagieren würdest und lass dann die Schuldgefühle los.

6. Lass in Liebe los

Ich stelle mir vor, welche Gestaltung das Kapitel hat, das ich jetzt schließe und in Dankbarkeit in mir trage. Ich stelle mir vor, welcher Typ meine damalige Freundin war und was unsere gemeinsame Zeit ausgemacht hat. Gedanklich schmücke ich die erste und letzte Seite dieses Kapitels mit Bildern, die von unserer gemeinsamen in mir Zeit auftauchen. Wie wir gemeinsam lachen oder etwas tun, was wir oft getan haben. Ich sehe bestimmte Gegenstände oder Plätze, die uns verbinden oder an denen wir oft waren. Mir fallen Worte ein, die Themen beschreiben, über die wir uns oft unterhalten haben.

Nachdem ich das Kapitel aufgehübscht habe, sende ich gedanklich eine große Portion Liebe in dieses Kapitel und heile mich und sie von all den möglichen Wunden, die wir darin vielleicht auch erfahren haben.

Ich lasse mir Zeit für diesen Abschied, denn Abschied braucht immer Zeit. Und ich mache mir bewusst, dass ich nichts verliere. Alles, was ich wirklich besitze, trage ich in mir, demnach kann ich alles, was ich in mir trage, nicht verlieren. Was ich tun kann ist, mich zu entscheiden, was ich in mir tragen möchte: Wut und Groll oder Liebe und Dankbarkeit? Ich wähle Liebe und Dankbarkeit.

Was ich ebenfalls wahrnehme sind die dem Kapitel nachfolgenden, leeren Seiten, die darauf warten, dass eine neue Geschichte beginnt.

In jedem Abschied liegt ein Neuanfang.

An dich:
Lass auch du in Liebe los, schmücke das Kapitel in den schönsten Farben und Bildern, die eure Zeit prägen. Gib so dem Kapitel einen wertvollen Platz in deinem Herzen. Entscheide dich für das Licht und die Liebe. Du bist gewachsen, um eine wertvolle Erinnerung reicher – und deine Reise geht weiter. Öffne dich für das, was in dein Leben kommen möchte.

Ich wünsche dir alles Gute dabei.

Wie gelingt es dir, Menschen loszulassen, die nicht mehr bei dir sein möchten?

Das könnte dich auch interessieren

2 thoughts on “6 Schritte, um Menschen loszulassen, die nicht mehr bei dir sein möchten”

  1. Hallo liebe Bettina, erst jetzt schreibe ich, weil in allen Deinen Zeilen so viel zwischen den Zeilen steht und dadurch nur langsam von mir verarbeitet werden konnte….Wahnsinn!!!

    Ja, loslassen ist wahrlich nicht leicht. Egal ob es eine Freundschaft, eine Beziehung oder ein Job ist, es gibt für Jedes positive aber auch negative Erinnerungen, denen man nun „Lebewohl“ sagen möchte. Ich vergleiche es dann immer für mich mit meinem absoluten Traumurlaub auf Fuerteventura, was eine Weiterbildung mit anschließender Prüfung für mich war. Ich musste Fuerteventura ziehen lassen, dankbar, diese Zeit dort erlebt zu haben, spüre noch immer das Meer um mich herum, mit Tränen in den Augen…. doch es ist vorbei…. die Erinnerungen bleiben und mein Herz wird leichter, weil das Leben weiter geht…so wie die Blumen blühen, verblühen sie nach einer Zeit.

    Ich habe durch Deine Zeilen so viel für mich dazugelernt, was ich demnächst auch auf einen anderen Bereich anwenden werde… loslassen, was mir und meinem Leben nicht mehr gut tut….

    Vielen lieben Dank, du bist wahrlich ein Engel für mich! Durch Deine wunderschönen Beiträge hast du mir gezeigt, wie wundervoll das Leben sein kann, wenn man es mit dem richtigem Auge betrachtet. :-) ich freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag.

    Wann erscheint dein Buch im Handel? Gibst du uns Bescheid?
    Herzlichst Anja

    1. Liebe Anja,

      ganz lieben Dank! Ich freue mich wirklich sehr das zu hören, weil ich weiß, dass das vor einiger Zeit auch dein Thema war. Ein schöner Vergleich, den du für dich gewählt hast. Ich finde es wunderschön, dass du aus meinen Beiträgen so viel wertvolle Impulse für dich mitnehmen kannst. Das macht mich glücklich. Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht und wünsche dir alles Liebe für deinen Weg.

      Mein Buch braucht noch ein bis zwei Wochen. Die Printversion vorzubereiten beinhaltet mehr Arbeit, als ich gedacht hatte… Aber ich werde euch auf jeden Fall Bescheid geben!

      Fühl dich umarmt
      Bettina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.