Mit diesem Beitrag lernst du, dein Leben zu schätzen

Stell dir vor du wurdest in dem ärmsten Ort der Welt geboren,  in der ärmsten Familie. Du hast acht Geschwister und musst schon in jungen Jahren eine Verantwortung tragen, die man in Europa keinem Kind übertragen würde.

Stell dir vor, du kamst blind auf die Welt und dir blieben all die Farben und wunderschönen Eindrücke verwehrt. Du weißt weder, wie du aussiehst, noch deine liebsten Menschen um dich herum. Du lebst in Dunkelheit, die lediglich von hell und dunkel gezeichnet ist.

Stell dir vor du könntest nicht laufen und wärst ans Bett gefesselt. Stell dir vor dein größter Wunsch wäre, selbst gehen zu können und dich in der Welt auf eigenen Beinen fortzubewegen.

Stell dir vor du lebst in den Slums. Es gibt kein Essen und niemanden, der dich beschützt, außer eine Baracke, die den Wind und Regen dürftig davon abhält, deine Haut zu streifen.

Stell dir vor du liegst auf einer harten Pritsche, ohne Wasser und Strom. Du hast keine sauberen Kleider oder Schuhe. Du läufst barfuß deine Füße wund. Trägst schwer den Eimer Wasser vom Brunnen nach Hause, um minimal dein Bedürfnis nach Wasser zu stillen.

Das Leben schätzen durch Dankbarkeit

Stell dir vor du hast keine Freunde, weil die meisten Menschen durch den wenigen Besitz kriminell geworden sind. Auch dir versuchen sie das Wenige, das du hast, abzunehmen.

Stell dir vor du hast kein Talent oder keine Fähigkeit, die unterstützt, gefördert oder ausgelebt werden können, weil du einzig und alleine darum bemüht bist, dein Überleben und das deiner Familie zu sichern. Du hast einfach keine Zeit für Talent und Hobby. Hier zählt das Überleben.

Stell dir vor du arbeitest nicht in einem geregelten Nine-to-five-Beruf, sondern versuchst, in der Landwirtschaft Geld zu verdienen. Auf einer Plantage mit schwerer körperlicher Arbeit. Deine Haut verbrennt unter der Sonne und deine Hände sind rau und wund von dem Handwerk. Du stellst diese Tätigkeit nicht mal in Frage, weil es keine andere Option gibt, um Geld zu verdienen. Du fügst dich und vergisst dich, um leben zu können.

Stell dir vor du hast nie Urlaub und keine Freizeit, sondern arbeitest sieben Tage die Woche jeweils zehn Stunden pro Tag. Danach kümmerst du dich um die Familie.

Stell dir vor du kannst dir keinen Luxus gönnen, sondern bist froh, wenn du das tägliche Essen auf den Tisch bekommst und die nötigsten Sachen, die es zum Leben braucht, kaufen kannst oder dir dankbarer Weise zu Teil werden.

Stell dir vor du hast Träume, aber lebst in einem Umfeld, der dir nur das Träumen ermöglicht. Stell dir vor du willst entkommen aus dem Elend, aber dir fehlen die Bildung, die Mittel, die Möglichkeiten.

Stell dir vor es gibt kein Leben mit Luxus und Freizeitaktivitäten. Stell dir vor es gibt nur den Tag und die Nacht und 24 Stunden dazwischen, in denen du bemüht bist, in der Armut zu überleben.

Wie fühlst du dich nach diesen Zeilen?

Schlecht?

Oder doch eher gut?

Voll Mitleid, aber dennoch dankbar für dein Leben?

Wenn du dich vergleichst, warum nicht mit dem, der nichts hat? Warum nicht mit dem, dem es schlechter geht als dir? Und du wirst sehen, wie viel du hast. Du bist so viel reicher als du dir vorstellen kannst. Es ist alles eine Frage der Perspektive.

Wir sind weit davon entfernt, nur zu überleben.

Und doch leiden wir im Luxus.

Öffne die Augen und erkenne, wie viel du besitzt.

Feiere dein wertvolles Leben in einer wunderschönen Welt.

Denn du ahnst nicht, wie viele dich um dein Leben beneiden würden.

4 Gedanken zu „Mit diesem Beitrag lernst du, dein Leben zu schätzen

  1. Liebe Bettina!
    Ich denke jeden Tag an solche Menschen. Und an solche, die es noch schlimmer haben, diejenigen, die in einem Foltergefängnis sind. Oder auch an diejenige Frauen, die als Kinder beschnitten und dann zwangsverheiratet wurden und keinerlei Rechte über den eigenen Körper haben. Seit meiner Kindheit verfolgen mich fast jeden Tag solche Gedanken und haben mich mit schlechtem Gewissen erfüllt, weil ich es besser habe. Dann habe ich in einer sehr sensiblen Zeit, von etwas so Schrecklichem gelesen, daß ich in einer Art Schockstarre war, die Monate angehalten hat. Ich habe 1,5 Jahre gebraucht, um das zu verarbeiten. Langsam traue ich mich wieder ins Internet. Dort habe ich damals gelesen, was mich so bis in mein Innerstes erschüttert hat. Deine Seite ist jetzt die erste mir vorher unbekannte, die ich wieder nach einer mutigen Google Suche zu lesen wage. Es ist sicher für “normale“ Menschen schwer nachzuvollziehen, aber ich hatte Panik, daß ich dem Zwang erliegen könnte, wieder nach Dingen zu suchen, die ich nicht verkraften kann. Gott sei Dank habe ich es diesmal geschafft, nach etwas zu suchen, das positiv ist, und deine Seite gefunden.
    Auch wenn ich es schon an anderer Stelle geschrieben habe: Danke, daß du die Welt mit deinen Blog besser machst. Du hast mir unter anderem in Erinnerung gerufen, daß Mitleid und Mitgefühl zwei verschiedene Dinge sind und mir damit auch geholfen ein bisschen besser zu ertragen, daß ich nicht helfen kann. Ich hoffe, die Leute in diesen Situationen haben auch jemanden wie dich, damit sie ihr hartes Los besser ertragen können.
    Liebe Grüße! Maria

    1. Liebe Marie,

      das hört sich sehr belastend an, was du durchgemacht hast. Deine starke Sensibilität kann positiv als auch negativ genutzt werden und in diesem Fall hast du sie als Schwachstelle genutzt, um Schmerzhaftes in dich einzulassen.

      Umso mehr freut es mich, dass mein Blog dazu beiträgt, dein Vertrauen wieder aufzubauen und ich hoffe, dass du deine Sensibilität weiter dazu nutzt, das Positive in dich einzulassen und von ihm womöglich so stark berührt wirst, dass du dich dadurch ein Stück weit heilen kannst.

      Ich freue mich sehr, dass​ du zu mir gefunden hast und ich dir Unterstützung sein darf.

      Alles Liebe und Gute
      Bettina

  2. Ja, eine fast schon schockierende Wahrheit.
    Danke Bettina, dieser Beitrag nimmt mich echt in die Pflicht: Raus aus der Komfort Zone, hinein in die gelebte Dankbarkeit.
    Ja, wie gerne bleib auch ich im Selbstmitleid stecken, und vergesse dabei, was für ein großes Glück ich doch habe. Ich durfte und darf mich frei entwickeln und entfalten. Bin mit Gesundheit, Talenten, einem sonnigen Gemüt, einem freien Land, Liebe …und und und … gesegnet.
    Ich kann mir sogar den Luxus leisten, mich absichtlich Entbehrungen und gewissen Härten auszusetzen, um das Leben auch in seiner Wildheit zu erleben. Um hinterher wieder glücklich in das warme Nest zurück zu kehren.
    Ja DANKE! Und ich denke der beste Dank, ist die bewusste Nutzung all dieser Gaben.
    Danke liebe Bettina dafür, das kam genau zum richtigen Zeitpunkt ;-)
    Gruß,
    Martin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.